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04. August 2016

Auch Millennials werden erwachsen

Während man früher noch von der „Pommes-“ oder der „grenzenlosen“ Generation sprach, wird den verschiedenen Generationen heute immer häufiger das Etikett X, Y oder Z verpasst. Auch die Bezeichnung „Millennials“ hat sich fest etabliert. Aber was beinhaltet dieser Begriff eigentlich, und welchen Einfluss hat diese Generation im Arbeitsleben?

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Wer sind die „Millennials“?

Der Begriff Millennial hat einen gewissen negativen Beiklang. So sagt man dieser – zwischen 1981 und 2000 geborenen – Generation nach, faul, narzisstisch, verwöhnt, ungeduldig und wenig loyal zu sein. Und während die Millennials wie selbstverständlich in einer digitalen Welt aufgewachsen sind, tun sich die früheren Generationen angeblich noch immer mit dem Einfluss sozialer Medien, technischer Hilfsmittel und anderer Neuerungen schwer. Daraus müssten sich eigentlich große Unterschiede hinsichtlich der Anforderungen und Wünsche der verschiedenen Altersgruppen ergeben. Aber ist das auch wirklich so?

Mein Kollege Vincent Henricks hatte schon in einem früheren Blog die Existenz einer Generationenkluft am Arbeitsplatz in Zweifel gezogen. Ich kann das nur bestätigen. Natürlich hat die jüngere Generation Wünsche, die der Generation X (1961–1980) wahrscheinlich noch fremd waren. Sie legt beispielsweise Wert auf Flexibilität, wodurch Telearbeit und die Schaffung flexibler Arbeitsplätze aktuelle Themen für Facility-Manager sind. Aus einer Untersuchung von PwC unter gut qualifizierten Millennials geht außerdem hervor, dass die Betriebsloyalität seit 2008 erheblich gelitten hat. Während noch vor acht Jahren 75 Prozent der Befragten davon ausgingen, in ihrem gesamten Arbeitsleben bei zwei bis fünf Arbeitgebern beschäftigt zu sein, sind es heute gerade noch einmal 54 Prozent. Ein Viertel der Befragten erwartet sogar, für mehr als fünf Arbeitgeber tätig zu werden.

Vielleicht fokussieren wir einfach mehr denn je auf eine bestimmte Generation. Bücher wie Ties to Tattoos befassen sich vor allem mit der Rolle der Millennials am Arbeitsplatz, ebenso wie der Workshop Dude, what’s my job?. Diese etwas suggestiven Titel sagen viel über das Image der Millenniums-Generation aus. Aber wie kam dieses Bild überhaupt zustande?  Bei Untersuchungen zu den drei Generationen konnten eigentlich kaum Unterschiede festgestellt werden. Die jüngeren Jahrgänge verfolgen offenbar dieselben Karriereziele wie ihre älteren Kollegen.

Existieren überhaupt wesentliche Unterschiede?

Angesichts der großen Aufmerksamkeit für die aktuellen technologischen Entwicklungen steht die Gruppe der Millennials möglicherweise stärker im Rampenlicht als es bei der vorigen Generation zum Zeitpunkt ihres Eintritts in den Arbeitsmarkt der Fall war. Aber sind es deswegen gleich ganz andere Mitarbeiter? Wollten die Angehörigen der „Generation X“ nicht auch einfach das Beste aus ihrer Laufbahn machen? Dass die Vorstellungen und Anforderungen einer neuen Generation bis zu einem gewissen Grad von denen ihrer Vorgänger abweichen, ist nach meinem Dafürhalten nichts Neues. Und auch die Millennials werden älter und entscheiden sich zu gegebener Zeit vielleicht für die Gründung einer Familie. 

Dann müssen sie sich, ebenso wie ihre älteren Kollegen heute, mit Fragen der Kinderbetreuung und der Schulzeiten auseinandersetzen. Aus Erfahrung weiß ich, dass dies der Flexibilität nicht gerade förderlich ist. Darum glaube ich, dass die ohnehin schon geringen Unterschiede zwischen den Generationen dann noch weiter verschwimmen werden. Noch wünschen sich die jüngeren Mitarbeiter Freiheit, beispielsweise hinsichtlich ihrer Arbeitsorte und Arbeitszeiten. Wenn sie aber älter werden, kommt zweifellos der Zeitpunkt, in dem auch sie nach mehr Regelmäßigkeit verlangen. Genau wie es bei mir der Fall war.

Geert-Jan Blom
Business Consultant Planon Netherlands