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08. September 2016

Auch ohne kurze Hosen im Sommer produktiv im Büro

Im Büro drehen sich die Gespräche im Sommer regelmäßig um die Frage, ob kurze Hosen tragbar sind, wie der Ventilator eingestellt werden soll oder ob bei extremen Temperaturen ein Hitzeplan angezeigt wäre. Während es dem einen Kollegen zu kalt ist, klagt der nächste über die Hitze und ein Dritter über die Zugluft aus der Klimaanlage. Lösen muss die Probleme letztlich der Facility Manager, der bei der Kontrolle des Raumklimas im Büro eine wichtige Rolle spielt. Aber wie kann er auf angemessene Weise zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit unterscheiden?

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Bei der Ermittlung der idealen Temperatur spielen verschiedene Variablen eine Rolle. Aus Untersuchungen ging hervor, dass Frauen im Allgemeinen leichter frieren als Männer. Außerdem wird das Klima an jedem einzelnen Arbeitsplatz durch andere Umgebungsfaktoren beeinflusst, etwa durch die Position hinsichtlich der Fenster und Türen, der Heizung und der Klimaanlage. Hinzu kommt, dass die Standardtemperaturen, von der fast jeder Facility Manager ausgeht (um 22 Grad Celsius), überholt sind und sich darüber hinaus oft nur auf Männer richten. Dabei ist die Ermittlung der richtigen Temperatur ein sehr wichtiger Faktor für die Produktivität.

Jede Temperatur hat Vor- und Nachteile

Wenn wir diesem BBC-Artikel Glauben schenken dürfen, existiert allerdings überhaupt keine ideale Bürotemperatur. Jede Temperatur hat für bestimmte Mitarbeiter Vor- und Nachteile. Als angenehmste Arbeitstemperatur gelten 22 Grad, aber die Untersuchungsgruppe ist zu klein, um zuverlässige Schlüsse ziehen zu können. Die Raumtemperatur ist also ein wichtiger Faktor für die Büroarbeit, der sich in Kombination mit dem CO2-Gehalt und der Luftfeuchtigkeit klar auf die Produktivität einer Organisation auswirkt.

Anhand dieser Faktoren kann der Facility Manager Einfluss ausüben. Mithilfe von Sensoren können die Temperatur, der CO2-Gehalt und die Luftfeuchtigkeit in jedem Stockwerk oder sogar an spezifischen Arbeitsplätzen gemessen werden. So lässt sich das Raumklima viel besser auf die Wünsche der Mitarbeiter abstimmen.

Im Freizeitpark in der Schlange

Das Temperaturempfinden der Mitarbeiter ist jedoch zum Teil auch eine Frage der Wahrnehmung. Jemand, der keinen Spaß an seiner Arbeit hat, wird sicher schneller über Faktoren wie die Raumtemperatur klagen als andere Mitarbeiter. Dadurch wird das Facility Management auch zum Wahrnehmungsmanagement. Das ist vergleichbar mit dem Warten in der Schlange vor der Achterbahn. Wenn ich zwanzig Minuten einfach herumstehen muss, bevor ich einsteigen kann, ist das lang und ärgerlich. Wenn ich aber währenddessen unterhalten werde, über die verbleibende Wartezeit informiert werde und selbst von einer Wartezeit von einer Stunde ausgegangen war, empfinde ich die zwanzig Minuten ganz anders.

Nach Fakten  Wahrnehmung handeln

Der Facility Manager kann den Spagat zwischen Fakten und Wahrnehmung bewältigen, indem er im Büro Einblick in das Raumklima verschafft. Er sollte den Mitarbeitern zeigen, dass Temperatur, CO2-Gehalt und Luftfeuchtigkeit ihren Wünschen entsprechen und dass ein für sie optimales Raumklima realisiert wird. Zusätzlich sollte auch die Wahrnehmung gemessen werden. Beispielsweise durch kleine Benchmark-Untersuchungen, aber auch indem etwa Schilder mit Smileys in den Toiletten aufgehängt werden, mit denen die Mitarbeiter angeben können, wie zufrieden sie hinsichtlich der Hygiene in den Sanitärräumen sind. Wenn der Facility Manager Einblick sowohl in die Fakten als auch in die Wahrnehmung verschafft, kann er anhand dieser Faktoren auch steuernd eingreifen und ein für die Mitarbeiter optimales Raumklima realisieren.

David Stillebroer
Director Product Management