Kundenportal customer-icon
20. April 2017

„Bring Your Own Device“ ist out – die Zukunft gehört „Bring Your Own Bot“!

Im März war ich auf der CeBIT In Hannover, der weltweiten Leitmesse für Informationstechnik. Ebenso wie im Vorjahr entdeckte ich auch dieses Mal wieder interessante Entwicklungen und Trends, die für unser (Arbeits-)Leben relevant und maßgeblich sind. Nach einigen Tagen auf der CeBIT hatte ich genug Materie gesammelt, um über die Möglichkeiten der digitalen Welt und über die Techniken, mit denen wir uns in Richtung „Gesellschaft 5.0“ begeben, zu philosophieren. Eine Entwicklung, die in Japan bereits begonnen hat.

Webinar - Wie Technologie Echtzeit-Personalisierung am Arbeitsplatz ermöglicht

In diesem Webinar wird erläutert, wie Konzepte, wie Echtzeit-Personalisierung in Kombination mit innovativer Technologie Ihnen dabei helfen werden, mit einer zunehmenden Vielfalt hinsichtlich Arbeit, Kulturen und Generationen – auch Human Diversity genannt - umzugehen.

Webinar anfordern

Es ist Ihnen bestimmt nicht entgangen, dass bei Futuristen und Trendwatchern momentan die Themen Robotik und Künstliche Intelligenz (KI) hoch im Kurs stehen. Was wird das alles für uns, und insbesondere für die Immobilien- und Facility-Management-Branche bedeuten? Ich wage mich nicht an Prognosen, teile aber gern meine ersten Gedanken mit Ihnen.

Künstliche Intelligenz als neue Benutzerschnittstelle

Es war 1997, als sich Großmeister Kasparov in einem Schachduell dem IBM-Computer Deep Blue geschlagen geben musste. Rund vierzehn Jahre später gelang es IBM Watson, die Quizshow Jeopardy zu gewinnen, und letztes Jahr zwang AlphaGo, ein Computerprogramm von Google DeepMind, den professionellen und legendären Go-Meister Lee Sedol in die Knie. Eine Go-Partie kann mehr als 10170 Wendungen nehmen, die ein Spieler aus Intuition einleiten kann. Der Sieg von Google DeepMind beweist, dass heute auch die Intuition schon zu einer Eigenschaft von Computern geworden ist. Ray Kurzweil, ein Pionier auf dem Gebiet der KI, prognostiziert, dass sich etwa bis 2029 auch das Bewusstsein zu einer Computereigenschaft entwickeln wird, womit die KI dann dem menschlichen Gehirn gleichwertig wäre.

Ein interessanter und futuristischer Gedanke, aber zum Glück haben wir ja noch etwas Zeit. Dennoch sollten wir uns jetzt schon auf die Auswirkungen der KI vorbereiten. Wir kommen heute schon häufig – oft unbewusst – mit ihr in Berührung, werden sie aber in naher Zukunft noch viel stärker zu spüren bekommen. So prognostiziert etwa Accenture, dass KI unsere neue Benutzerschnittstelle wird; wir werden auf der Grundlage unserer Persönlichkeit mit unserer Umgebung interagieren, indem unsere Merkmale und Vorlieben erkannt werden. Da die Kommunikation über Sprache oder Text verläuft, brauchen wir selbst nicht mehr in Computeranwendungen zu arbeiten. Das erledigen sogenannte Bots für uns, die damit zu unseren neuen Apps werden.

BYOB: Bring Your Own Bot

Ein Bot ist ein Computerprogramm, das auf autonome Weise menschliche Aufgaben ausführen kann. Bekannte Beispiele hierfür sind die Chatbots, die es ermöglichen, ebenso mit Computern zu kommunizieren wie mit einem Menschen. Auch Alexa von Amazon ist ein gutes Beispiel hierfür: Die Box kombiniert das Bot-Prinzip mit KI, wobei Alexa lernt, wie sie immer besser Unterstützung leisten und die Interaktion flüssiger und menschlicher gestalten kann. Ich erwarte, dass wir in absehbarer Zeit alle einen persönlichen Assistenten in Form eines Bots haben werden. Er hilft uns, möglichst einfach und effizient unseren Alltag zu bewältigen.

Von meinem Bot erwarte ich, dass er mich überall unterstützen kann, also auch am Arbeitsplatz. Ebenso wie ein menschlicher persönlicher Assistent müsste auch mein Bot wissen, dass ich meinen Kaffee schwarz trinke, wann ich am liebsten an welchem Arbeitsplatz sitze und zu welchen Zeiten ich einen Sitzungsraum, gegebenenfalls mit Catering, brauche. Dies wird anschließend reibungslos mit den Real-Estate- und Facility-Management-Mitarbeitern abgestimmt, die für das Arbeitsumfeld und die zugehörigen Einrichtungen verantwortlich sind. Nicht nur für mich, sondern für alle Anwesenden. In diese Richtung werden wir uns allmählich bewegen, wobei der Einsatz eines Chatbots als primärer Ansprechpartner bereits ein erster Schritt ist.

Während sich die Organisationen zunächst mit BYOD (Bring Your Own Device) konfrontiert sahen, werden sie sich meiner Meinung nach in absehbarer Zeit mit BYOB (Bring Your Own Bot) befassen müssen. Wobei die Abkürzung übrigens nicht als „Bring Your Own Booze“ interpretiert werden sollte, wie es im privaten Bereich ab und zu üblich ist.

Geert-Jan Blom
Business Consultant Planon Netherlands