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30. Juni 2016

Building Information Modelling - Wann sollten Facility Manager eingebunden werden?

Vor Kurzem sprach ich mit einem Leiter für Hard FM Services (technische FM-Dienstleistungen) eines großen internationalen Unternehmens, der sich im Bereich Building Information Modelling (BIM) gut auskennt. Es war ihm bewusst, dass Facility Manager (FM) den massiven Anstieg der BIM-Nutzung nicht einfach ignorieren können; er war sich aber nicht darüber im Klaren, wie die Einbindung eines FM aussehen sollte. Er schlug vor, dass die großen Design- und Bauunternehmen Standards basierend auf FM Best Practices spezifizieren und einhalten und ein Modell bereitstellen sollten, das in ein CAFM-System integriert werden kann. Das löste eine lange Diskussion aus, und ich möchte meine Gedanken hierzu in unserem Blog mit Ihnen teilen.

FAQ - Welchen Nutzen hat BIM für Sie als Facility Manager?

Dieses FAQ-Sheet gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema BIM im Facility Management.

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BIM ist in der Architektur-, Ingenieur- und Baubranche (Architecture, Engineering and Construction, AEC) als Technologie und Verfahrensweise weit verbreitet, die erhebliche Vorteile gegenüber den herkömmlichen 2D-Design-Methoden, wie zum Beispiel AutoCAD, bieten. Ein Modell bietet nicht nur den Vorteil einer verbesserten grafischen 3D-Darstellung und einer vereinfachten Anpassung dahingehend, wie die geometrischen Eigenschaften als Ganzes funktionieren, sondern es bietet auch Tools wie Kollisionserkennung, modellbasierte Komplettlösungen und Projektvisualisierung. Mithilfe von 4D-, 5D- und 6D-BIM können Planung und Management, Mengenermittlung, Kosten, Lifecycle Management und Datenerfassung (mittels strategisch installierter Sensoren) realisiert und abgebildet werden, noch bevor eine Anlage die Baustelle erreicht.

Aber wann sollten Facility Manager eingebunden werden? Sollten die Auftragnehmer das Gebäude einfach gemäß den anfänglichen Employers Information Requirements (EIRs, Informationsanforderungen des Arbeitgebers) des Kunden ohne laufende Beteiligung derjenigen Personen entwerfen und bauen, die das Gebäude letztendlich für die nächsten 60 Jahre verwalten werden? Wenn ja, würden die Designteams dann alle Entscheidungen treffen, die sich auf die Instandhaltung und die laufenden Betriebskosten auswirken könnten? Wäre es nicht sinnvoll, wenn Facility Manager diese Entscheidungen so früh wie möglich hinterfragen würden? Das führt zu der Erkenntnis, dass Facility Manager bereits ab den ersten Phasen eines Projekts in die Teams der Bau-u. Designunternehmen eingebunden werden sollten. Das würde ihnen die Möglichkeit bieten, ihre Anforderungen zu spezifizieren und gleichzeitig die betrieblichen Instandhaltungs- und Gesamtlebenszykluskosten auf einem Minimum zu halten.

Facility Manager sollten auch intensiv mit ihrer CAFM-Lösung arbeiten, um sicherzustellen, dass das Bestandsmodell mit minimalen Veränderungen in das System integriert werden kann. Der Schwerpunkt sollte darauf liegen, sicherzustellen, dass Datenformate in einer möglichst frühen Phase erstellt und Standardisierungen geschaffen werden, die – wenn sie richtig umgesetzt werden – die Rahmenbedingungen des CAFM erfüllen. Dieser Ansatz könnte den Zeit- und Kostenaufwand in den späteren Phasen eines Projekts erheblich senken.

Aufgrund der zunehmenden gesetzlichen Anforderungen in Bezug auf den Einsatz von BIM werden Design- & Bauteams eher abgeneigt sein, die Anforderungen des Kunden zu berücksichtigen, zu verstehen und dementsprechend zu handeln. Das Ziel der GSL (Government Soft Landings) sieht folgendermaßen aus: „Die Interessen derjenigen, die einen Vermögenswert entwerfen und bauen, auf die Interessen derjenigen abstimmen, die ihn später nutzen werden.“ Hierin liegt der Schlüssel für Facility Manager, um den größten Nutzen aus einem BIM-Projekt zu ziehen. Da Gebäude gemäß ihrer Betriebsweise und der festgelegten Performance-Benchmark entworfen werden, können Abhilfe- und Kontrollprozesse eingeführt werden, die Design- & Bauteams zur Rechenschaft ziehen, wenn der Vermögenswert nicht die erwartete Performance erbringt.

Facility Manager haben die große Chance, die Technologie und die mit einem BIM-Projekt verbunden Daten zu nutzen, aber hierfür müssen sie in die Design-Teams eingebunden werden. Sie müssen über genügend Selbstvertrauen und Verständnis verfügen, um die Design- & Bauteams herauszufordern, wenn die Betriebskosten steigen, und sicherstellen, dass eine detaillierte Spezifikation vorhanden ist, an die sich alle Auftragnehmer zu halten haben. Eine kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen allen Disziplinen bereits in der Betriebsphase eines Gebäudes ist der Schlüssel für den langfristigen Erfolg der bebauten Umgebung. Einige Unternehmen werden andere Betriebsdaten und Datenformate benötigen als andere Unternehmen. Daher liegt es an den FM-Teams des Kunden, zusammenzuarbeiten, Unterstützung zu bieten und Verantwortung dafür zu übernehmen, welches Bestandsmodell geliefert wird, und somit sicherzustellen, das es während der gesamten Lebensdauer des Gebäudes den größten strategischen und operativen Nutzen bietet.

Sean Mackay
Implementation Consultant Planon United Kingdom