Kundenportal customer-icon
16. August 2018

Business Consultant David Karpook: "Jeden Tag freue ich mich aufs Neue darauf, was ich über neue Innovationen hören und lesen werde"

Wenn wir an das Jahr 2025 denken, scheint es, dass es noch eine Ewigkeit bis dahin ist, und viele von uns stellen sich eine völlig andere Welt vor. Aber in Wirklichkeit sind es nicht einmal mehr zehn Jahre und wir können zumindest teilweise bereits wissen, was zu dieser Zeit alles möglich sein wird. In dieser zweiteiligen Serie werden wir Mitarbeiter von Planon interviewen und sie fragen, wie Technologie im Bereich des Corporate Real Estate und Facility Managements helfen kann, um Herausforderungen im Hinblick auf Räume und Flächen zu lösen, korrekt zu dokumentieren und effizienter zu werden. Wir gehen auch der Frage nach, welche allgemeinen Technologietrends sie interessant finden und welche dieser Trends sich wirklich durchsetzen werden.

White Paper - 10 Trends, die das Facility- und Immobilienmanagement bis 2022 bestimmen und verändern werden

Das ist Planon Universe: innovative Software, bewährte Best Practices und professionelle Services

Mehr lesen

David Karpook, Business Consultant in der Planon Niederlassung in den USA, analysiert Geschäftsprozesse von Planon Kunden und stimmt sie auf deren Technologiestrategie ab. Er ist auch verantwortlich für das Management des Partnerprogramms von Planon in Nordamerika. Zudem arbeitet David mit Organisationen wie IFMA und Corenet zusammen, veröffentlicht Publikationen in vielen Fachzeitschriften und hält Vorträge zum Thema Technologie.

Wann waren Sie das erste Mal mit Software und Technologie beschäftigt?

Ich bin ausgebildeter Architekt, habe 7 Jahre als Bauprojektmanager und Facility Manager gearbeitet, bevor ich in die Software- und Technologiebranche wechselte. Inzwischen arbeite ich schon mehr als 20 Jahre im Softwarebereich.

Was bedeutet Technologie für Sie?

Technologie ist zunächst einmal ein Werkzeug. Und ich denke, es ist wichtig, es aus dieser Perspektive zu betrachten. Technologie selbst löst keine Probleme. Aber wenn Sie ein Problem identifizieren und verstehen, was es braucht, um dieses Problem zu lösen, kann Technologie oft ein nützlicher Mechanismus sein, um zu diesen Lösungen zu gelangen. Wir sollten aber immer im Hinterkopf behalten, dass ein positiver Beitrag zum Geschäftserfolg der Hauptantrieb für den Einsatz neuer Technologien bei unseren Kunden ist.

Wie halten Sie sich über "Technologie" auf dem Laufenden?

Ich verlasse mich sehr auf Zeitschriften wie die Harvard Business Review und die MIT Technology Review. Sie sind business-orientiert, schreiben aber oft über Technologie im wirtschaftlichen Kontext. Ich war auch ein begeisterter Anhänger von Gartner Research. Wenn es um Technologie geht, führt Gartner einige der interessantesten Forschungen in diesem Bereich durch. Immer wenn Sie eine Frage zu einem Technologiethema haben - sei es das Internet der Dinge, Blockchain oder 3D-Druck - lohnt es sich zu schauen, was Gartner darüber geschrieben hat. Gartner achtet sehr auf geografische Unterschiede und hat Analysten in einer Vielzahl von Städten auf der ganzen Welt.

Was ist Ihre liebste "Tech-" oder "Smart-" City?

Ich kann nicht sagen, dass ein Land oder eine Stadt meine Aufmerksamkeit besonders erregt oder mich in diesem Sinne zu einem Fan gemacht hat. Ich kann nicht sagen, dass ich eine einzige Stadt oder Region habe. Ich bin aber sehr interessiert daran, was in Asien passiert, in China, in Singapur, in Thailand, in Japan und in Indien. Und ich habe manchmal das Gefühl, dass einige dieser asiatischen Länder über einige ältere Technologiegenerationen überspringen, an denen wir Amerikaner immer noch hängen, weil wir sie damals adaptiert haben. Sie haben sich schneller weiterentwickelt und haben Zukunftstechnologien bereits adaptiert, während wir uns in den USA damit noch schwer tun. Und das liegt auch daran, dass diese früheren Generationen von Technologie nicht Teil ihrer Kultur waren.

Besonders Japan ist ein Technologie- und Innovationsführer, der lustige, coole Gadgets, aber auch nützliche Technologieprodukte entwickelt. Sie müssen einige Favoriten haben!

Ja sicher. Die Technologie, die mich im Moment sehr fasziniert, ist der 3D-Druck (auch additive Fertigung genannt). Ich denke, das diese Technologie aus einer ganzen Reihe von Gründen vielversprechend ist. Einer dieser Gründe ist beispielsweise Nachhaltigkeit; die Effizienz des 3D-Drucks und die Art und Weise, wie 100% des Produktionsmaterials genutzt werden. Im Gegensatz zur traditionellen Fertigung, wo manchmal Tonnen von Abfall entstehen. Vor einiger Zeit habe ich kurz an einem Projekt mit der IFMA-Stiftung gearbeitet, das ein (theoretisches) Studentenprojekt betrachtete, bei dem es darum ging, eine Kolonie auf dem Mars zu errichten. Und da war 3D-Druck eine essentielle Technologie, um Ersatzteile zu produzieren und verschiedene Dinge zu bauen, denn natürlich kan man sich dort nicht einfach etwas liefern lassen. Ich denke, das wird unsere Zukunft auf der ganzen Welt enorm beeinflussen. Der 3D-Druck ist auch eine Technologie, die uns vielleicht damit überraschen wird, wie schnell sie in der Facility Management-Welt Einzug hält. Wenn Sie beispielsweise ein Ersatzteil in 3D drucken können, es also nicht mehr bestellen oder im nächsten Baumarkt kaufen müssen, dann haben Sie für Ihre Organisation einen echten Effizienzgewinn geschaffen.

Welche relativ neuen "Tech-Gadgets" benutzen Sie täglich?

Ja, das hört sich vielleicht etwas nüchtern an, aber was meine Aufmerksamkeit täglich erregt und was ich immer mehr nutze, ist Spracherkennung. Insbesondere mit Siri. Ich habe gelernt, dass ich immer weniger tippen muss. So sehr ich mein iPhone liebe, ist das Tippen auf dieser kleinen Tastatur nicht das einfachste. Ich benutze Siri eigentlich jeden Tag. Es hat mich überrascht, welche komplexen Befehlen Siri inzwischen verstehen kann.

Ich denke, dass die Spracherkennungstechnologie, mit der wir übrigens auch bei Planon experimentieren, sehr schnell sehr große Auswirkungen darauf haben wird, wie wir Gebäude und Anlagen managen

Was glauben Sie, welcher Technologietrend wird uns in der Facility-Management-Welt  in 10 Jahren beschäftigen?

Robotik ist sicherlich eine Technologie, auf die das Facility Management achten sollte. Ich spreche oft in meinen Vorträgen über Dinge, die wir in der Facility Management-Welt in Bezug auf Robotik erwarten können. Für FM-Mitarbeiter gibt es in der täglichen Arbeit viele Situationen und Tätigkeiten, die gefährlich sind. Arbeiten in Hochspannungsbereichen, auf Dächern, an und auf hohen Gebäuden oder in mit Asbest kontaminierten Räumen. Ich denke, das sind Beispiele, wo die Einführung von Robotern sehr sinnvoll sein und das Verletzungsrisiko für die Mitarbeiter stark reduziert werden kann. Darüber hinaus glaube ich, dass Roboter in FM das Potenzial haben, Lieferungen zu tätigen: Bürobedarf, Kaffee, Catering. In Krankenhäusern werden bereits Roboter eingesetzt, um Patienten Medikamente zu verabreichen oder zu Untersuchungen zu transportieren.

Welche Technologietrends sehen Sie für Planon?

Wir als Planon müssen aufpassen, wie schnell sich die Trends, von denen wir gerade gesprochen haben, entwickeln bzw. wie schnell sich diese Technologien etablieren. Zum Beispiel: Ich denke gerade jetzt, dass eine der stärksten Funktionalitäten von Planon die Lagerverwaltung ist. Und das wird auch wichtig bleiben, aber es wird interessant sein zu sehen, wie schnell der Tag kommt, wo wir in Planon weniger die Informationen über die Anzahl der verfügbaren Ersatzteile abspeichern, sondern vielmehr die Zeichnungen und Pläne, um die notwendigen Ersatzteile direkt zu produzieren, wen wir sie benötigen. Ähnlich ist das auch mit der Ressourcenplanung. Auch hier haben wir eine tolle Lösung für die Zuweisung von Arbeitsaufträgen an die passenden Mitarbeiter. Ich bin gespannt, wie schnell Roboter in die Arbeitsauftragsverwaltung integriert werden. Was ich an Planon großartig finde, ist, dass wir Teams haben, die an Innovationsprojekten arbeiten, experimentieren und neue Innovationen immer im Auge behalten. Wir wollen nicht zu weit vorauseilen und man muss auch nicht jeden Trend gleich in ein verkaufsfertiges Produkt umsetzen, mit dem dann doch keiner wirklich etwas anfangen kann. Aber wir müssen unbedingt die technologischen Trends und deren Entwicklung im Markt beobachten und bereit sein, wenn der Markt bereit ist.

Wie bereit sind Sie für die nächsten Innovationen in der Technologie?

Ich habe eine wirkliche Revolution in der Technologiewelt erlebt. Und wenn ich etwas gelernt habe, dann dass was immer wir auch glauben am Horizont zu sehen, nur ein Bruchteil dessen ist, was wirklich kommt – und das es schneller kommt, als wir denken. Ich glaube nicht, dass zum Beispiel irgendjemand von uns hätte vorhersagen können, welchen Einfluss Smartphones auf unser Privatleben haben werden, als damals das erste iPhone vorgestellt wurde. Und auch im Geschäftsleben unserer Kunden sind heute iOS- oder Android-basierte mobile Anwendungen nicht mehr wegzudenken. Als ich in diesem Bereich anfing, waren das, was wir als “mobil” betrachteten, die riesigen Barcode-Scanner, die nichts anderes komnten, als eben Barcodes zu scannen. Heute können Sie die komplette Planon-Software auf einem iPhone laufen lassen. Als einer der älteren Kollegen bei Planon kann ich sagen, dass die Transformation und Entwicklung in diesem Bereich, den ich so sehr liebe – Gebäude und wie sie funktionieren – wirklich unglaublich ist. Und jeden Tag freue ich mich aufs Neue darauf, was ich über neue Innovationen hören und lesen werde. Also immer her damit!

David Karpook
Vice President of Operations, North America