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12. Mai 2016

Das Gebäude im Dienste des Menschen

Ein Gebäude, das selbst angibt, was es braucht – das mutet futuristisch an. In Wirklichkeit ist dieses Zukunftsbild bereits näher, als Sie vielleicht glauben. Intelligente Bürogebäude bieten Nutzern und Verwaltern riesige Vorteile. Bevor es allerdings so weit ist, gibt es auf dem Gebiet der Datenintegration noch einiges zu tun.

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Sensoren und Smart Devices sind wichtige Komponenten eines intelligenten Gebäudes und sie erlauben es den Organisationen, eine Fülle von relevanten Daten zu sammeln. Auf diese Weise kann man feststellen, wie viele Menschen ein Büro zu einem bestimmten Zeitpunkt nutzen, welche Arbeitsplätze am intensivsten gebraucht werden und zu welchen Zeiten der Stromverbrauch besonders hoch ist und das ist nur eine kleine Auswahl der Möglichkeiten. Sensoren können auch die Entwicklung der Luftfeuchtigkeit messen oder sogar kleine Vorgänge wie die Nutzung des Kaffeeautomaten registrieren. Dadurch stehen den Gebäudeverwaltern konkrete Daten zur Verfügung, auf die sie sich bei ihrem weiteren Vorgehen stützen können.

Die Vorteile für die Nutzer des Gebäudes

Mit intelligenten Gebäuden können erhebliche Effizienzgewinne und Kosteneinsparungen realisiert werden. Der Fokus sollte aber vor allem auf den Vorteilen liegen, die sich für die Nutzer des Gebäudes ergeben. Am meisten profitiert die Organisation von ihren Mitarbeitern, wenn sie ihnen ein möglichst komfortables Arbeitsumfeld bietet. Zufriedene Mitarbeiter sind leistungsfähiger und produktiver. Darüber hinaus kann ein intelligentes Gebäude auch einen Beitrag zur Sicherheit und Gesundheit (CO2- und Luftfeuchtigkeitsregelung) der Nutzer leisten.

Auf der CeBIT habe ich ein schönes Beispiel hierfür gesehen. Toshiba gestaltet die Aufzüge in seinem Bürogebäude „smart“, indem sie mit Embedded Software versehen werden, die an die Cloud-Umgebung gekoppelt ist. Diese Cloud kann über eine Kamera erfassen, wie viele Menschen vor dem Aufzug warten und den Algorithmus der Aufzugsbewegung entsprechend anpassen. Das Ergebnis ist ein besserer Beförderungsfluss in Spitzenzeiten, was den Arbeitnehmern viel Frustration erspart. Darüber hinaus kann Toshiba anhand der registrierten Daten Störungsmuster miteinander vergleichen und auf dieser Grundlage das Störungsrisiko durch prädiktive Wartung senken.

Ein weiterer Vorteil des Auslesens der Daten sind die Kosteneinsparungen, die beispielsweise dadurch realisiert werden können, dass Wartung und Reinigung an die tatsächliche Nutzung des Gebäudes gekoppelt werden. Wenn sich etwa herausstellt, dass ein bestimmter Flügel des Gebäudes kaum genutzt wird, kann beschlossen werden, die betreffenden Räume seltener reinigen zu lassen. Außerdem kann der CO2-Ausstoß begrenzt werden, indem eine Analyse des Energieverbrauchs vorgenommen wird. Die Kombination von Mitarbeiterzufriedenheit und Nachhaltigkeit wirkt sich positiv auf die Ausstrahlung der Organisation aus, was wiederum talentierte Arbeitskräfte anzieht oder an das Unternehmen bindet.

Vorteile genug also, aber wann kann man nun wirklich von einem intelligenten Gebäude sprechen? Ein wichtiger erster Schritt hin zu einem „Smart Building“ ist die Einrichtung eines zentralen Ortes (beispielsweise in der Cloud), an dem sämtliche Gebäudedaten gesammelt und in konkrete Aufträge umgesetzt werden. Wenn die Sensoren feststellen, dass eine Wartung notwendig ist, wird automatisch ein Monteur aufgerufen. Um aber eine vollständige Integration zu erreichen, muss gewährleistet sein, dass alle Anwendungen dieselbe Sprache sprechen. Momentan hat noch nahezu jede Anwendung eine andere Schnittstelle. Die Integration gleicht dann in etwa dem Turmbau zu Babel.

Darum spreche ich vorläufig, ebenso wie mein Kollege Erik Jaspers, noch nicht von einem „smart", also einem intelligenten, sondern lieber von einem „quantified“, einem befähigten Gebäude. Der Unterschied besteht im Integrationsgrad der Anwendungen. Während wir auf eine vollständige Integration hinarbeiten, können wir bereits gute Fortschritte erzielen, indem wir die von den Sensoren erfassten Daten selbst in angemessene Maßnahmen im Arbeitsumfeld umsetzen. Gut für unser Portemonnaie, vor allem aber für die Gebäudenutzer!

Geert-Jan Blom
Business Consultant Planon Netherlands