Kundenportal customer-icon
21. Dezember 2017

Die Vereinigten Staaten haben sich von dem Konzept der „Cubicles“ verabschiedet und fördern ein von Vielfalt geprägtes Arbeitsumfeld

In einer früheren Blog-Reihe haben wir anhand internationaler Forschungsergebnisse aufgezeigt, wie sich das geografische Umfeld und die Kultur auf die Erwartungen an das Arbeitsumfeld auswirken. Wir berichteten, dass Europäer bei Workplace-bedingten Veränderungen eher zurückhaltend sind, während MitarbeiterInnen im Asien-Pazifik-Raum Veränderungen am positivsten gegenüberstehen.

Aber wie sehen das eigentlich die MitarbeiterInnen in unseren weltweiten Niederlassungen? Wir haben Sie gefragt. In diesem Blogbeitrag, dem vierten und letzten in unserer Reihe „Workplace im Wandel - der Ländervergleich“, teilt Danielle Rosenwein, HR Advisor bei Planon North America, ihre Ansichten zu diesem Thema.

Webinar - Wie Technologie Echtzeit-Personalisierung am Arbeitsplatz ermöglicht

In diesem Webinar wird erläutert, wie Konzepte, wie Echtzeit-Personalisierung in Kombination mit innovativer Technologie Ihnen dabei helfen werden, mit einer zunehmenden Vielfalt hinsichtlich Arbeit, Kulturen und Generationen – auch Human Diversity genannt - umzugehen.

Webinar anfordern

Alte Filme spiegeln nicht die Realität wider.

Die traditionellen Büroräume, die in älteren amerikanischen Filmen wie Office Space und TV-Shows wie Mad Men zu sehen sind, verfügen stets über sogenannte Cubicles, in denen die Mitarbeiter hinter ihren farblosen Schreibtischen sitzen, voller Angst vor ihrem Chef, der nur dann aus seinem Privatbüro kommt, wenn etwas falsch läuft. Die Realität sieht jedoch ganz anders aus. Eine der größten Abneigungen in den USA richtet sich gegen das mit Cubicles ausgestattete Großraumbüro: Die meisten Millennials und Nicht-Millennials scheinen eine offene Arbeitsumgebung zu bevorzugen. Die Menschen in den USA wollen sich in die Entscheidungsfindung und Team-Kommunikation eingebunden fühlen und nicht nur ihre Zeit absitzen.

Im Laufe der Jahre wurden Arbeitsumgebungen, die für ihre mangelnde Vielfalt bekannt waren, offener für Inklusion und Menschen mit unterschiedlichem kulturellen und ethnischen Hintergrund. Dieser Wandel ist zum Teil auf die Engpässe bei der Personalbeschaffung zurückzuführen, zum Teil aber auch darauf, dass Unternehmen endlich den Wert von Diversität sehen und erkannt haben, dass Mitarbeiter zu haben, die ihre Expertise und eigene Sicht der Dinge mitbringen, die Entstehung von innovativen Ideen fördert. Zudem regt Diversity Mitarbeiter auch dazu an, kulturelle Grenzen zu überwinden, Vorurteile abzubauen und einander mit anderen Auegn zu betrachten.



In den letzten Jahrzehnten haben wir eine Verschiebung hin zu offenen Arbietsumgebungen erlebt, die isolierte Arbeitsbereiche wie diese Cubicles ersetzen. MitarbeiterInnen nehmen nicht länger nur die Anweisungen von ihren Chefs entgegen, denn heutzutage ist die Kommunikation keine Einbahnstraße mehr. Im oberen Management ist das Feedback der MitarbeiterInnen willkommen, was den Workplace wesentlich kollaborativer macht. Die ursprüngliche Arbeitsumgebung war so gestaltet, dass weniger erfahrene MitarbeiterInnen die ihnen erteilten Anweisungen befolgten. Heute schätzen wir hingegen „Junior“-MitarbeiterInnen viel mehr, da sie innovative Ideen haben und erfahreneren KollegInnen ganz neue Einblicke bieten können.

Büros haben sich zu flexiblen „Shared Spaces“, also gemeinsam genutzten Räumen, entwickelt und bieten teilweise auch die Möglichkeit, mit Kollegen aus verschiedenen Unternehmen zusammenzuarbeiten. In einigen Organisationen können MitarbeiterInnen beispielsweise einen Platz für einen Tag mieten, wenn sie eine Büroumgebung benötigen. Diese Flexibilität ist eine großartige Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen und neue Ideen zu entwickeln. Das Gleiche gilt auch für die Arbeit selbst. Unser Arbeitstag ist zwar lang, doch dabei haben wir die Flexibilität, unsere Arbeit zu erledigen, wann und wo wir möchten. In den USA ist es nicht ungewöhnlich, Geräte niemals herunterzufahren oder auszuschalten. Es ist nicht so, dass wir die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben nicht schätzen würden, aber wir konzentrieren uns nicht so sehr auf diesen Nutzen wie andere Länder.

Begeisterung für neue Technologien

Amerikaner schätzen die Flexibilität ihres Arbeitsumfeldes und ihrer Arbeitszeiten, weil sie ihre Wochen besser planen und viel produktiver sein können als diejenigen, die in dieser Hinsicht nicht so flexibel sind. Deshalb begeistern wir uns für innovative Technologien am Arbeitsplatz. Wir sind ständig auf der Suche nach Möglichkeiten, produktiver und effizienter zu werden. MitarbeiterInnen wollen Technologien nutzen, um leistungsfähiger zu sein. Unternehmen setzen neue Technologien ein, weil sie verstehen, was ihre MitarbeiterInnen in ihrer täglichen Arbeit wollen und brauchen, und um neue Talente anzuziehen und auf dem Markt wettbewerbsfähig zu sein.

Diese Veränderungsbereitschaft und Flexibilität wird sich meiner Meinung nach in den nächsten Jahren noch weiterentwickeln. Ich bin davon überzeugt, dass wir viel kooperativer, offener und flexibler sein werden. So experimentieren beispielsweise einige Unternehmen mit flexiblen Urlaubszeiten und unbegrenzten Urlaubstagen. Studien haben gezeigt, dass dies bei bestimmten Jobs sehr produktiv sein kann. Dies funktioniert vor allem sehr gut in Unternehmen, die zum Beispiel Produkte entwickeln, denn bei ihnen geht es um das Produkt und nicht darum, wie man dorthin gelangt.

Der Facility Manager hat einen tollen Job, da er die Möglichkeit hat, ein Umfeld zu schaffen, das Zusammenarbeit und Gleichberechtigung fördert. Die Kombination verschiedener Kulturen, Religionen und Generationen kann eine Herausforderung sein, aber glücklicherweise wird die Vielfalt am Arbeitsplatz angenommen. Vielfalt schränkt uns nicht ein, sondern ermöglicht uns, von neuen Ideen für eine bessere Zukunft zu profitieren.

Danielle Rosenwein
HR Advisor Planon North America