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02. April 2015

Eine Fusion ist wie eine gute Ehe: Sie beginnt mit dem Kennenlernen

Wer sich von vornherein der Veränderungen bewusst ist, die eine Fusion mit sich bringen kann, ist vor unliebsamen Überraschungen gefeit. Wenn zwei Organisationen, jede mit ihrer eigenen Arbeitsweise, künftig einen gemeinsamen Weg gehen müssen, sollten sie gut über die Wünsche und Anforderungen des Partners im Bilde sein.

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Oft wird viel Zeit und Mühe in die Vereinheitlichung der Finanzbuchhaltung und der externen Kommunikation investiert, und auch den Folgen für die Mitarbeiter sowie den rechtlichen Konsequenzen wird viel Aufmerksamkeit gewidmet. Facility- und Immobilienmanagement aber kommen dabei oft zu kurz. Welche gemeinsamen Anforderungen und Wünsche bestehen beispielsweise auf dem Gebiet der Gebäudeinstandhaltung und der Haustechnik?

Größenvorteile durch Fusion

Die Fusion von Organisationen hat in der Regel einschneidende Folgen für die Arbeitsmethoden, vor allem wenn es um unterstützende Prozesse wie das Facility- und Real Estate Management geht. Durch Fusionen lassen sich Größenvorteile erzielen, aber das darf nicht auf Kosten der Qualität der Primärprozesse gehen. Die unterstützenden Prozesse sind immer auf die Primärprozesse, also das Kerngeschäft der Organisation, abgestimmt: In einem Krankenhaus beispielsweise soll der Patient eine möglichst gute Behandlung erhalten und der Belegschaft muss es möglich sein, ihre Arbeit optimal auszuführen.

Es lohnt sich zu untersuchen, wie die Prozesse im Facility- und Immobilienmanagement gestrafft werden können, damit eine Fusion auch in diesen Bereichen reibungslos abläuft. Ein häufig vorkommender Fall ist beispielsweise, dass zwei Facility-Organisationen zu einer fusionieren, wobei zwei CAFM Lösungen durch ein gemeinsames System ersetzt werden müssen. In manchen Fällen sind die Systeme nahtlos miteinander integrierbar, weitaus häufiger ist es aber, das eine Integration nicht so einfach funktioniert.

Blick für Kulturunterschiede

Im Interesse einer erfolgreichen Anpassung ist es wichtig, dass auch die IT-Spezialisten die bestehenden Kulturunterschiede nicht aus den Augen verlieren. Hierbei ist es von enormer Bedeutung, beide Fusionspartner mit ins Boot zu nehmen. Zwei Arbeitsmethoden müssen zu einem gemeinsamen System vereint werden, das durch die neue Organisation getragen wird. Das kann auch bedeuten, bestehende Prozesse neu zu gestalten, um sie optimal auf die neue Situation abzustimmen.

Hier liegt eine große Herausforderung, denn Menschen sind es gewohnt, auf eine bestimmte Weise zu arbeiten, und Gewohnheiten lassen sich oft nur schwer verändern. Die Arbeitsmethoden einer Organisation sind das Ergebnis langjähriger Entwicklungen, geprägt durch ihre Geschichte und Kultur. Sollte man dann bei einer Fusion das Rad neu erfinden und versuchen, eine ganz neue Organisationskultur zu erschaffen? Oder sollte man lieber voneinander lernen und das Beste aus zwei Welten miteinander verbinden, sodass sich größtenteils selbstständig eine neue Organisationskultur herausbilden kann?

Die Situation und Bedürfnisse des anderen kennen

Ich bevorzuge Letzteres. Wie sich das realisieren lässt? Durch Gespräche mit allen Beteiligten. Durch Kennenlernen beider Organisationen und ihrer Bedürfnisse. Denn was dem einen wichtig ist, hat den anderen vielleicht noch nie gekümmert. Informationen dieser Art sind wertvoller Input für die Neudefinition der Prozesse. Wenn diese Hürde vorab genommen wird, ist es für die IT-Spezialisten leichter, Veränderungen durchzuführen. Nicht umsonst lautet die Devise: „Erst die Organisation, dann die Automation.“ Eine Fusion ist hierfür nur ein Beispiel.

Geert-Jan Blom
Business Consultant Planon Netherlands