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05. März 2015

Facility Management, das über Gebäude hinausgeht – drei wesentliche Trends

Da sich die Bereiche Facility Management und Corporate Real Estate ständig weiterentwickeln, verändern sich auch die Aufgaben von Facility Managern. Was sind die wesentlichen Trends, die unsere Perspektive auf Gebäude und damit auch den Beruf des Facility Managers verändern?

1. Technologien sind der Hauptauslöser für Veränderungen bei Gebäuden

Technologien sind eine potenziell einflussreiche Triebkraft für den Wandel von Gebäuden: Die Einführung von Technologien in die bauliche Umgebung wird die Art und Weise verändern, in der wir Gebäude nutzen und betreiben. Dies lässt sich am besten aufzeigen, indem man in die Vergangenheit schaut. Die Entstehung von Hochhäusern wurde u. a. durch die Erfindung des Telefons begünstigt. Vorher gingen Pagen durch das Gebäude, um Nachrichten zu überbringen. Mit der Einführung des Telefons konnten die Menschen telefonisch kommunizieren, was die Errichtung von Hochhäusern förderte: Die „Barriere“ zwischen den Menschen, die die große Anzahl an Stockwerken darstellte, verschwand plötzlich.

Nun hat die Kommunikationstechnologie Social Media hervorgebracht. Diese sozialen Netzwerke vernetzen zahlreiche Menschen und Dinge virtuell miteinander und ermöglichen ihnen den Austausch aller Arten von Informationen. Neue Generationen von Arbeitsplatz-Informationssystemen ermöglichen es den Benutzern, Informationen in Echtzeit auszutauschen. Dies bietet anderen Benutzern Einblicke in verfügbare Echtzeitinformationen und erleichtert das Arbeiten von zu Hause aus.

2. Aufkommende Typologien von Arbeitsplätzen

Die Veränderung von Arbeitsmustern führt auch zu neuen Typologien von Arbeitsplätzen, um diese neuen Muster optimal zu unterstützen:

  • Gemeinsam genutzte Arbeitsplätze, sogenannte Co-Work Places, ermöglichen es Menschen, sich nach Belieben zu treffen und zusammenzuarbeiten. In der Regel zahlen die Menschen auf Grundlage ihrer tatsächlichen Nutzung. The Impact Hub am Londoner Bahnhof King's Cross ist ein Beispiel für solch einen gemeinsam genutzten Arbeitsplatz. Hier kommen Menschen zusammen, um zu arbeiten, Innovationen zu entwickeln und sich zu vernetzen.
  • Open-House-Konzepte bezeichnen Flächen in Gebäuden, die einer Organisation gehören, die organisationsfremde Menschen und andere Unternehmen aus ihrer Umgebung dazu einlädt, dort zu arbeiten. Zappos, ein Innenstadt-Projekt in Las Vegas, ist ein Open-House-Konzept, das alle herzlich willkommen heißt, das Arbeitsumfeld kostenlos mitzubenutzen. Die Idee hinter diesem Konzept ist, dass die Zusammenführung von Mitarbeitern aus verschiedenen Unternehmen Innovationen fördert. 
  • Das Cohabit-Konzept umfasst eine Reihe verschiedener Arten von Unternehmen, die sich bewusst zusammentun, um gemeinsam ein Gebäude zu erwerben, das sie gemeinschaftlich nutzen, um somit effektiv ihre jeweiligen Mitarbeiter zu „vermischen“. Das Grid70 ist ein Cohabit-Konzept, das verschiedene Unternehmen in einem zentralen Hub zusammenbringt. Auch hierbei besteht das Ziel darin, dass durch das Mischen der Belegschaft neue und innovative Ideen zu Innovationen für alle führen.

In seinem Artikel „Work and Workplaces in the Digital City“ (Arbeit und Arbeitsplätze in der digitalen Stadt) erwähnt der Forscher Andrew Laing den Begriff WAAS: Workplace As A Service – also der Arbeitsplatz als Dienstleistung, der besagt, dass sich Eigentumsmodelle heute im Wandel befinden: Der Zugang zu Immobilien-Dienstleistungen wird wichtiger als der tatsächliche Besitz von Immobilien.

3. Die Stadt als Arbeitsplatz

Laut den Vereinten Nationen wird sich die städtische Bevölkerung bis 2050 verdoppeln. Diese Entwicklung bringt die Herausforderung mit sich, die urbane Infrastruktur effektiv unter den Menschen aufzuteilen: Der bloße Ausbau der städtischen Infrastruktur ist keine Lösung: Zentrale Funktionen wie Transport und (Arbeits-) Plätze können nicht so einfach erweitert werden. In der Folge sollte eine gemeinsame Nutzung selbstverständlich werden, und die Forschung arbeitet intensiv daran, herauszufinden, wie wir das schaffen können. Das MIT City Form Lab erklärt: „Eine der wichtigsten Herausforderungen besteht darin, die Interaktion zwischen Menschen und Orten zu maximieren und gleichzeitig die Reibungspunkte zu minimieren.“

Das Konzept der Gestaltung einer städtischen Umgebung, die in der Lage ist, einer höheren Bevölkerungsdichte standzuhalten, wird auch als „Smart City“ bezeichnet. Städte streben danach, die Reibungspunkte zwischen den Menschen zu minimieren, während die Räume verstärkt gemeinsam genutzt werden. Zur Minimierung der Reibungselemente müssen wir das Verhalten der Menschen verstehen. Technologien zur Messung von Verhaltensweisen stehen vermehrt zur Verfügung, vor allem, was den Arbeitsplatz betrifft. Im Kontext der Smart Cities werden Gebäude eine neue Rolle übernehmen und neue „Verhaltensweisen“ annehmen. Ein Gebäude ist kein eigenständiges, abgekoppeltes Gebilde mehr, sondern es wird sich auf „smarte“ Art und Weise mit einer „smarten“ Umgebung vernetzen und mit dieser kommunizieren.

All diese wesentlichen Trends werden das Facility Management beeinflussen. Für den Beruf eines Facility Managers bietet dies sowohl große Chancen als auch die Herausforderung, zu verstehen, wie wir diese Entwicklungen bestmöglich nutzen können. Inwiefern sind Sie diesen Trends bereits begegnet? Passt sich ihr Unternehmen diesen Entwicklungen an? Bitte teilen Sie uns Ihre Erfahrungen über das Kommentarfeld unten mit.

Erik Jaspers
Global Product Strategy & Innovation Director