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27. August 2015

In Chancen denken: innovative Startups als Augenöffner

Rebellion der Branchen, wenn eine modernere oder kostengünstigere Alternative ihrer eigenen Produkte oder Dienstleistungen angeboten wird: Diese Reaktion war schon in mehreren Bereichen sichtbar, in denen die Digitalisierung den Markt aufmischt. Beispiele hierfür sind der Tumult, den die Taxi App Uber und die Vermietungswebsite Airbnb weltweit verursacht haben. Innovative Startups und relativ geschlossene Märkte sind offenbar keine gute Kombination. Aber was wäre, wenn man das Angebot der Startups als Chance begreifen würde statt als Bedrohung?

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Oft sind es gerade die kleinen Akteure, die auf sehr durchdachte Weise und auf der Grundlage neuer Technologien und Datenanalysen intelligente, neue Dienstleistungen anbieten. Der etablierten Wirtschaft ist das ein Dorn im Auge. So sehr, dass sie rebellieren. Uber sei gesetzeswidrig, die bisherigen Anbieter würden Einkünfte verlieren. Die Uber Fahrer werden sogar von den „echten“ Taxifahrern bedroht.

In Chancen denken

Das sind ausgesprochen kurzsichtige Reaktionen. Es wäre besser, sich zu fragen, warum eine solche App dermaßen erfolgreich sein kann, wenn doch schon ein guter Taxidienst angeboten wird. Viele innovative Startups beginnen in Nischenmärkten, die auf die Lösung eines spezifischen Problems abzielen. Dadurch erfüllen sie ein Bedürfnis des Marktes, was sie auf einen Schlag enorm populär macht. Startups arbeiten meist auf der Grundlage begrenzter Informationen, weil sie sich auf einen Nischenmarkt konzentrieren, aber anhand dieser wenigen Daten entwickeln sie oft sehr intelligente Anwendungen. Und darum können sie in diesem spezifischen Bereich so erfolgreich sein.

Eigentlich sollten die etablierten Akteure sie also als Augenöffner begreifen: Statt sich dagegen zu wehren, sollten sie also lieber untersuchen, wie ihre eigene Organisation aufgebaut ist und wie sich die eigenen Produkte oder Dienstleistungen verbessern lassen.

Intelligente Nutzung vorhandener Daten

Startups sind keineswegs immer im Vorteil, wenn sie neue Dienstleistungen auf den Markt bringen. Viele große Organisationen sind sich nämlich gar nicht bewusst darüber, über welch umfangreiche Datenbestände sie verfügen und welche wertvollen Informationen sie durch Datenanalyse gewinnen können, um das eigene Dienstleistungsangebot zu verbessern und der Konkurrenz voraus zu bleiben.

Je intelligenter diese Daten eingesetzt werden, desto wertvoller sind sie und desto mehr kann damit erreicht werden. Gerade die großen Organisationen sind dabei im Vorteil, da sie viele Daten aus unterschiedlichen Quellen kombinieren und analysieren können. Wenn die etablierten Unternehmen diese Chancen wahrnehmen, sehen die Startups schon viel weniger bedrohlich aus.

Bündelung der Kräfte

Die Lösung liegt oft näher als erwartet: Wenn die Taxiunternehmen beispielsweise ihre Kräfte bündeln, die richtigen Daten austauschen und diese intelligent nutzen würden, könnten sie durchaus eine bessere Alternative zu Uber anbieten. Das Problem ist, dass sich viele Unternehmen oft nicht bewusst sind, welches Potenzial und welche Möglichkeiten ihre (historischen) Daten bieten. Es braucht oft keine teuren Investitionen, um der Konkurrenz voraus zu bleiben.

Niemand muss das Rad neu erfinden – nur Autofahren sollte man können. Dann erübrigt sich nämlich das Taxi ...

Vincent Henricks
Product Manager Integrated Services Management