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18. August 2014

Instandhaltungsmanagement mit der digitalen Brille (und drei weitere Szenarien)

Stellen Sie sich einmal eine Welt vor, in der alles und jeder miteinander verbunden ist. In der digitale Daten immer verfügbar sind und in der alles messbar ist. In der Maschinen ihre Störungen selbst melden. Und in der Sie – mit einem mobilen Gerät wie einem Tablet oder einer Brille – eine zusätzliche Informationsschicht über die physische Welt projizieren können.

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Wir befinden uns erst am Anfang, aber der Vormarsch intelligenter Technologien und des „Internet der Dinge“ lässt sich nicht mehr aufhalten. Intelligente Geräte wie Smartphones, Smartwatches und natürlich die digitalen und virtuellen Brillen wie “Google Glass” und “Oculus Rift” sind mit dem Internet verbunden und bieten genau in dem Moment Zugang zu Informationen, in dem Sie sie brauchen. Dadurch wird sich die Arbeit von Instandhaltungstechnikern grundlegend ändern. Das lässt sich in etwa mit virtuellen Smartphone-Kartendiensten wie “Google Maps” oder “Apple Maps” vergleichen, die innerhalb von wenigen Jahren den unpraktischen Faltplan verdrängt haben.

In welche Richtung wird sich die Arbeit des Instandhaltungstechnikers entwickeln? Was ist heute schon möglich und was ist noch Zukunftsmusik? Höchste Zeit, das einmal zu untersuchen. Wir stellen vier Szenarien vor.

1. Szenario: virtuelle Gebäudeerkundung
Stellen Sie sich vor, ein Instandhaltungstechniker könnte erst einmal den Standort erkunden, bevor er sich auf den Weg macht. An großen Standorten ist es für einen Monteur oft schwierig festzustellen, welches Werkzeug er benötigt, da er nie genau weiß, was ihm begegnen wird. Das lässt sich ändern. Anhand von Digitalfotos kann eine 3D-Umgebung erschaffen werden. Das ermöglicht dem Techniker, bei einer Störungsmeldung erst einmal einen virtuellen Rundgang durch das Gebäude zu machen. So kann er beispielsweise feststellen, welche Schlüsselsets er benötigt. Das ist natürlich effizienter als immer wieder hin und her zu laufen. Außerdem kann er vorab seine Route festlegen, sodass er schneller am richtigen Ort ist und sich nicht verläuft.

2. Szenario: Erweiterung der Realität um eine zusätzliche Schicht
Stellen Sie sich vor, der Monteur hätte ein Gerät dabei, das ihm – während er durch das Gebäude geht – mitteilt, welche Anlagen er gerade passiert und ob sie eine Störung aufweisen. Das ermöglicht dem Monteur proaktives Handeln: er kann die Störung schon beseitigen, bevor sie überhaupt gemeldet wurde. Mit demselben Gerät kann er alle relevanten Informationen über eine Anlage abrufen. Die Zahl der beim ersten Besuch beseitigten Störungen nimmt zu, wodurch die Wartung und Instandhaltung effizienter wird. So lässt sich dieselbe Anzahl von Störungen mit weniger Technikern bewältigen.

3. Szenario: Fernunterstützung mit digitaler Brille
Stellen Sie sich vor, ein Instandhaltungstechniker hätte eine digitale Brille bei sich, über die er kommunizieren kann. Der große Vorteil einer solchen Brille besteht darin, dass der Monteur die Hände für seine Arbeit frei hat. Er kann Informationen anfordern und sich bei der Behebung der Störung von einem Experten im Backoffice unterstützen lassen. Dadurch wird die Zusammenarbeit wesentlich vereinfacht, was die Störungsbeseitigung beschleunigt und verbessert.

4. Szenario: mitdenkende Maschinen
Stellen Sie sich vor, dass Störungen von den Maschinen selbst gemeldet und behoben würden. Viele Systeme enthalten bereits Sensoren, die beim Auftreten einer Störung eine Meldung absetzen können. Das „Internet der Dinge“ – in dem alles vernetzt ist und miteinander kommuniziert – ermöglicht es, dass Geräte nicht nur Störungen selbst melden, sondern auch gleich eine Lösung mitliefern. So weiß der Techniker sofort, woran er ist. Der Mensch liebt es bequem, und die Technik macht ihm die Arbeit immer einfacher.

Ist das alles noch Zukunftsmusik? Die Technik gibt es schon, also ist es nicht undenkbar, dass sie sich auch im Instandhaltungsmanagement durchsetzen wird. Das hängt von der Bereitschaft der Benutzer ab. Anwendungen wie “Layar” existieren schon länger, wurden aber vom breiten Publikum nicht wirklich angenommen, weil die Notwendigkeit fehlte. Das ist in unserem Arbeitsbereich anders. Wenn Organisationen dank neuer Anwendungen effizienter arbeiten und viel Zeit und Geld sparen können, ist das Motivation genug, sie auch zu nutzen. Bei Planon sind wir für diese neue Welt gerüstet!

Nico van Dijk
Product Manager Asset & Maintenance Management