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25. Februar 2016

Inwiefern die Sage des Rattenfängers von Hameln noch immer mit dem Facility Management von heute zusammenhängt

Haben Sie schon einmal von der alten deutschen Sage des Rattenfängers von Hameln gehört? Sie wurde zum ersten Mal im Mittelalter erzählt. Es ist die Geschichte eines Flötenspielers mit einer Zauberflöte, der die Ratten aus den von ihm besuchten Städten herauslockt, sodass sie letztendlich in den nahegelegenen Flüssen ertrinken. Als er nach Hameln kommt und sich die Bewohner der Stadt weigern, ihn für seine Dienste zu bezahlen, entschließt er sich, seine Zauberflöte bei ihren Kindern anzuwenden...

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Für erhaltene Leistungen zahlen

Diese Geschichte ist auch heute noch aktuell, würde ich sagen. Sie ist Teil der heutigen Realität im Bereich Facility Management. Die Bewohner „unserer Städte“ zögern auch manchmal, für „Leistungen zu zahlen“ oder bitten uns unverhohlen, dieselben Leistungen für weniger Geld zu erbringen. Wir haben uns an dieses Verhalten derart gewöhnt, dass wir ein Wort dafür erfunden haben. Es lautet „Effizienz“.

Es muss sehr entmutigend sein, jedes Jahr mehr „Effizienz“ erreichen zu müssen, wenn die Möglichkeiten, effizienter zu werden, entweder auf „härter arbeiten“ (und somit oftmals auch länger) oder auf „Dinge auslassen“ (tut uns leid, wir müssen die Wartungsarbeiten auf später verschieben, oder wir müssen einige Leistungen ausfallen lassen) beschränkt sind.

Zauberflöte

Bei der Facilities Show letztes Jahr in London habe ich eine Erfahrung im wahrsten Sinne des magischen Flötenspielers gemacht. Ich habe einige Präsentationen gehalten und mich danach dazu entschlossen, die Bühne für eine Weile zu verlassen und etwas durch die Ausstellungsfläche zu schlendern.

Ich traf auf einen kleinen Stand mit dem Titel „Pest Control“. Da ich Niederländer bin, fand ich schnell heraus, dass es bei „Pestkontrolle“ nicht um die Krankheit geht, sondern um Ratten und andere Tiere, von denen wir nicht möchten, dass sie in unseren Gebäuden herumlaufen. Die Schädlingsbekämpfung ist in der Tat ein Problem im Facility Management.

An diesem Stand wurden Rattenfallen verkauft. Das Tolle an diesen Rattenfallen war, dass sie die Ratte hineinlocken, die Tür schließen und sie sofort durch einen Stromschlag töten. Ok, sie fühlen sich nun, da Sie die Geschichte bis hierin gehört haben, vielleicht etwas unwohl, doch seien wir einmal ehrlich: Ratten sind unwillkommene Gäste, und manchmal muss dieses Problem eben angesprochen werden.
Jetzt kommt der tolle Teil: Nachdem die Ratte „gefangen“ wurde, teilt die Falle dies sofort dem Netzwerk mit. Die Informationen werden auf einem zentralen Bildschirm angezeigt (Webseite). Ratten fangen an zu stinken, wenn sie tot herumliegen. Wenn mehrere Fallen in einem großen Gebäude platziert werden, ist es ein zeitaufwendiges Unterfangen, sie täglich zu überprüfen. Das Heilmittel sollte nicht schlimmer sein als die Plage. Diese neuartige Falle muss man nicht mehr täglich überprüfen, was Zeit (Geld), Aufwand und unnötige Arbeit spart.

Wenn Sie meinen vorherigen Blog gelesen haben, verstehen Sie, dass ich diese Lösung nicht als „intelligente“ Lösung bezeichnen würde, obwohl ich mir sicher bin, dass es der Hersteller tut. Es ist dennoch verlockend, oder? Ich würde sagen, dass die vernetzte Rattenfalle eine gute Idee und eine raffinierte Lösung ist. Dies beweist wiederum, dass vernetzte Geräte einen wahren und greifbaren Mehrwert schaffen.

Mmh. Vielleicht ist es eine tolle Alternative, Lösungen, die ansprechend, aber nicht „intelligent“ sind, als „raffiniert“ zu bezeichnen.

Erik Jaspers
Global Product Strategy & Innovation Director