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16. Juni 2016

Revolution der Büronomaden

Sie arbeiten überall, von Dubai bis Düsseldorf und von Stuttgart bis Singapur: "digitale Nomaden". Dabei handelt es sich um Freiberufler oder Unternehmer, die ganz einfach an den Orten arbeiten, an denen sie sich wohlfühlen. Das Einzige, was sie dazu brauchen, ist ein Laptop mit Internetverbindung. Pieter Levels, Unternehmer und einer der bekanntesten digitalen Nomaden der Welt, schätzt in zwanzig Jahren eine Milliarde Artgenossen zu haben. Bis dahin werden sich Organisationen jedoch noch einer anderen Art von Mitarbeiter gegenübersehen: dem "Unternehmensnomaden", der nicht an seinen Schreibtisch gebunden ist. Und das bringt neue Herausforderungen mit sich.

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Ein digitaler Nomade ist selbstständig, kennt sich gut mit dem Internet aus und ist nicht abhängig von Zeit oder Ort solange er seine Auftraggeber erreichen und zufriedenstellen kann. Da das Internet stets schneller, billiger und an immer mehr Orten verfügbar wird, erwartet Levels eine rasche Zunahme der Anzahl von Nomaden. Da auch das Reisen immer günstiger und problemloser wird, wird die Hemmschwelle, um sich einen Arbeitsplatz zum Wohlfühlen zu suchen, immer kleiner. Dieser Arbeitsplatz kann sich auf einem Dachboden in Deutschland befinden, aber auch in einem Zelt am Strand in Thailand.

Eine verrückte Idee? Diese Entwicklung ist nicht aus der Luft gegriffen. An der Idee, dass das "Arbeiten" an einem Schreibtisch in einem Bürogebäude stattfindet, wird in den vergangenen Jahren immer weniger festgehalten. Der nächste Schritt ist das Arbeiten an externen Standorten, zum Beispiel in einem Café oder einem sogenannten "coworking space". Damit ist für mich der Unternehmensnomade geboren; der Mitarbeiter, der selbst bestimmt, wo und wann er seine Tätigkeiten für die Organisation ausführt. Anders als die digitalen Nomaden ist diese Gruppe in das Firmenleben integriert. Das Konzept ist eine natürliche Art des Arbeitens für neue Generationen von Mitarbeitern. 

Unternehmensnomaden bewegen sich problemlos durch den Bürodschungel und bilden damit eine Herausforderung für den Facility Manager. Denn wie viele Arbeitsplätze benötigt die Organisation, wenn Mitarbeiter kommen und gehen, wie sie wollen? Wie kann man sich flexibel auf diese dynamische Gruppe einstellen? Die Kernfrage für den Facility Manager ist: "Was sehe ich in diesen Unternehmensnomaden?" Wo arbeiten sie gerne und welche Mittel braucht dieser Typ Mitarbeiter, um komfortabel und effizient arbeiten zu können? Mit der Erfüllung dieser Bedürfnisse sorgt der Facility Manager jederzeit für einen passenden Arbeitsplatz, wo auch immer dieser sich befindet.

Der Facility Manager sorgt dafür, dass die Ausstattung dem Tages- und Lebensrhythmus des Unternehmensnomaden entspricht. Das heißt: immer und überall schnelles Internet und Zugang zu Orten, an denen der Unternehmensnomade vorrübergehend arbeiten kann. Im Büro bedeutet das neben schnellen Verbindungen, dass ein gutes und abwechslungsreiches Angebot an Einrichtungen zur Verfügung stehen muss. Darüber hinaus sorgt der Facility Manager für eine Umgebung, mit der sich Talente identifizieren können und wollen. Eine teure Angelegenheit? Viele HR-Manager sind sich der Flexibilität des Unternehmensnomaden bewusst und sehen gute Einrichtungen als eine Investition zum Anwerben und Halten von Talenten und damit als Mehrwert für die Organisation.

Dass das Internet schließlich zu einer Milliarde digitaler Nomaden führt – schätzungsweise ein Viertel der gesamten Berufsbevölkerung – wage ich zu bezweifeln. Doch Pieter Levels streift hier absolut ein Phänomen, mit dem der Facility Manager sich kreativ befassen kann.

David Stillebroer
Director Product Management