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11. August 2016

Sensoren verdienen ebenso viel Aufmerksamkeit wie Ihr Hund

Die Nutzung von Sensoren ist in der Praxis des Facility Managements ein vieldiskutiertes Thema. Sensoren liefern den Organisationen Informationen über Gebäude oder andere Vermögenswerte, wodurch sich Bereiche wie die Instandhaltung weitaus effizienter organisieren lassen. Wahrscheinlich wussten Sie aber noch nicht, dass Sensoren unter anderem häufig in den großen niederländischen Fahrradabstellanlagen eingesetzt werden. Sensoren haben allerdings etwas mit Hunden gemeinsam: Die Anschaffung ist ein freudiges Ereignis, aber ohne genügend Aufmerksamkeit und Pflege wird der Spaß von kurzer Dauer sein.

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Wo lassen wir all diese Fahrräder?

Die Niederlande sind bekanntlich eine weltweit führende Fahrradnation. Letztes Jahr erreichte die Fahrradbegeisterung einen Rekord: in den Niederlanden waren 22,5 Millionen Fahrräder in Gebrauch, was im Schnitt 1,3 Fahrrädern pro Kopf der Bevölkerung entspricht. Den Daten des niederländischen Statistischen Zentralamts (CBS) zufolge werden mit jedem Fahrrad pro Jahr durchschnittlich 900 km zurückgelegt, wobei die meisten Wege auf Fahrten zwischen Wohnort und Schule, Arbeitsplatz und Bahnhof entfallen. All diese Fahrräder müssen am Zielort natürlich abgestellt werden können.

Darum wurden in den Niederlanden, vor allem an den Bahnhöfen, Fahrradabstellanlagen – manchmal gigantischen Ausmaßes – errichtet. So bietet der Hauptbahnhof in Amsterdam Abstellmöglichkeiten für 10.000 Fahrräder, und diese Kapazität soll in den kommenden Jahren sogar noch verdoppelt werden. Am Bahnhof Utrecht wurde letztes Jahr ein völlig neuer „Fahrradpark“ angelegt, in dem 4.200 Fahrräder Platz finden. Es ist also offensichtlich, dass die großen Städte alles daransetzen, die große Nachfrage nach Fahrradabstellplätzen zu bedienen. Allerdings wirft dies ein neues Problem auf. Denn woher soll man wissen, wo noch ein Platz frei ist, wenn man mit seinem Fahrrad in einer dieser gigantischen Anlagen steht?

Abstellplatzortung per Sensor

Hier können Sensoren eine wichtige Rolle übernehmen. Angenommen, jeder Fahrradabstellplatz wird mit einem Sensor versehen, der erkennt, ob ein Platz frei oder besetzt ist. Diese Information wird dann an eine Informationstafel am Eingang der Fahrradabstellanlage übermittelt, sodass der Benutzer genau sehen kann, in welchem Teil oder welchem Stockwerk der Anlage noch Plätze frei sind. Ein solches System wird unter anderem in Utrecht bereits eingesetzt. Die von diesen Sensoren erfassten Daten ersparen Warteschlangen, unnötige Fahrradbewegungen und Frustrationen.

Das alles regelt sich aber nicht von selbst. Was oft vergessen wird ist, dass Sensoren regelmäßig gewartet werden müssen. Wenn sie verschmutzt oder beschädigt sind, beispielsweise durch eine Kollision mit einem Fahrrad, können sie unzuverlässige Signale abgeben. Der Sensor kann zwar übermitteln, ob ein Platz besetzt ist, aber nicht, dass er selbst Verunreinigungen oder Schäden aufweist. Das kann dazu führen, dass die Anlage laut Informationstafel vollständig belegt ist, obwohl noch viele Plätze frei sind.

Und damit bin ich wieder bei meinem ersten Vergleich. Sich einen Hund anzuschaffen, ist eine schöne Sache. Aber damit hört die Verantwortung nicht auf. Der Hund braucht auch Auslauf und Pflege. Andernfalls wird er schnell unglücklich, und das war sicher nicht die Absicht, als er gekauft wurde. Für Sensoren gilt dasselbe. Die Anschaffung bringt viele Vorteile mit sich, aber ihre Funktion können sie nur dann erfüllen, wenn beispielsweise der Verwalter einer Fahrradabstellanlage auch einen Plan für ihre Wartung erstellt. Sonst wurde eine Menge Geld in ein System investiert, das irgendwann nicht mehr funktionieren wird. Wie praktisch diese Technologie auch ist: Auf Dauer geht es nicht ohne Wartung.

Nico van Dijk
Product Manager Asset & Maintenance Management