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07. Juli 2016

Technologie aus dem Spielfilm – die Zukunft der Facility Management Organisationen?

Schon als Kind mochte ich Actionfilme des Typs „Ein- oder Ausbruch“. Ich habe daraus gelernt, dass die Integration von Informationen über Gebäude und Haustechnik sehr praktisch sein kann, wenn man bei dem Blickfeld der Wachleute bleiben will.

FAQ - Welchen Nutzen hat BIM für Sie als Facility Manager?

Dieses FAQ-Sheet gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema BIM im Facility Management.

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Der Erfolg eines Ausbruchs hängt von drei Dingen ab

In „Flucht von Alcatraz“ (1979), einem der bekanntesten Ausbruchsfilme überhaupt, gelingt den Häftlingen die Flucht, weil sich das Gebäude in schlechtem Zustand befindet und weil sie sich in den vielen Jahren, die sie darin verbracht haben, mit den Routinen vertraut machen konnten. In der Serie „Prison Break“ (2005) erklärt Ingenieur Michael Scofield – nachdem ein Mithäftling behauptet hatte, ein Ausbruch sei unmöglich: „Nicht wenn man den Laden mitkonstruiert hat ...“. Scofield kennt nämlich die Grundrisse und Systeme (er hat sich die Baupläne sogar auf den Körper tätowieren lassen) und braucht ansonsten nur noch etwas Hilfe von Mithäftlingen und Gefängnispersonal. In dem aktuelleren Ausbruchsfilm „Escape Plan“ (2013) fasst Sylvester Stallone zusammen, wovon der Erfolg eines Ausbruchs abhängt: „Man braucht drei Dinge: den Grundriss, die Abläufe und Hilfe“. Er beobachtet die Gewohnheiten der Wachleute, untersucht den Grundriss des Gebäudes und tut sich mit den richtigen Leuten zusammen, die ihm schließlich bei der Flucht helfen.

Fluchthilfe vom IT-Experten

In Einbruchsfilmen von heute steht meist ein Lieferwagen ein paar Straßen vom Tatort entfernt, von dem aus ein Computerexperte mühelos das Sicherheitssystem des betreffenden Gebäudes lahmlegt. In seinen Händen entstehen beeindruckende 3D-Modelle und CAD-Zeichnungen, mit denen er seinen Komplizen nützliche Informationen liefert. Etwa über die Besucherzahlen, Fluchtwege oder Zugangscodes und darüber, ob auf einer bestimmten Etage möglicherweise ein Servicedienstleister arbeitet – das alles sind relevante Daten, die den Erfolg des Einbruchs wesentlich mitbestimmen.

In beiden Arten von Filmen macht man sich auf geniale Weise Gebäudedaten zunutze. Etwa so wie ein Arbeitnehmer, der sich in einem Büro einen freien Arbeitsplatz suchen muss oder ein Serviceunternehmen, das wissen will, wo sich ein defektes Gerät befindet. Diese Informationen müssen sowohl „Routinen“ (festgelegte Prozesse, SLAs, integrierte Finanzdaten sowie Adressdaten), ein aktuelles Layout (vorzugsweise 3D) sowie Tools, die eine optimale Nutzung dieser Informationen (über Apps und Dashboards) ermöglichen, umfassen.

Filme sind der Realität oft ein gutes Stück voraus. Nur wenige Facility-Organisationen können ihre Gebäudedaten so schnell abrufen wie der Hacker beim Einbruch. Aber dennoch wird diese Möglichkeit  immer realer. Immer häufiger werden Gebäudedaten mithilfe von Systemen der Gebäudedatenmodellierung (Building Information Modeling/BIM) erschlossen. Mit der richtigen Vorbereitung kann ein BIM-Modell an die Facility-Prozesse gekoppelt werden, wodurch auch während der Instandhaltungs- und Verwaltungsphase des Gebäudes eine aktuelle 3D-Umgebung zur Verfügung steht. Die Technik ist dafür bereit – es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis wir die Technologien, die jetzt schon in meinen Lieblingsfilmen zu bewundern sind, in der Facility-Realität nutzen können!

Jan-Fokke Post
Implementation & BIM Consultant