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10. Dezember 2015

Warum Apps so viel von uns wissen wollen

Zugriff auf Fotos, Standorte und Kontakte: Die rechtlichen Hinweise, die bei der Installation von Apps angezeigt werden, werden kaum gelesen, aber die zusätzlichen Funktionen, die diese Berechtigungen bei der Nutzung der Apps mit sich bringen, werden vollauf genutzt. Das ist zwar praktisch, aber auch gefährlich, denn so können persönliche Daten auf dem Smartphone leicht in die Hände der App-Entwickler oder Dritter gelangen. Die Grenze zwischen Benutzerkomfort und Datenschutz ist nicht einfach zu ziehen.

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Es gibt zahllose Anwendungen, die das Leben leichter machen. So gibt es Apps, die den Thermostat regeln oder das Licht dimmen können. Moderne Autos werden mit Apps ausgestattet, die alle möglichen Daten erfassen, etwa den Reifendruck, den Kraftstoffstand oder den Ladezustand der Batterie.

Die Kehrseite der Kontrolle

Das sind zweifellos alles praktische Funktionen, die aber auch eine Kehrseite haben. Die App des Autoherstellers verlangt nämlich auch Zugriff auf die Fotogalerie des Telefons, ohne dass offensichtlich wäre, was die App damit vor hat. Oft haben die verlangten Zugriffsberechtigungen tatsächlich einen Sinn, beispielsweise wenn die App die Möglichkeit vorsieht, im Falle eines Schadens oder einer Panne ein Foto zu übermitteln. Dann will der App-Entwickler also nicht ständig Ihre Fotoalben durchstöbern, sondern nur sicherstellen, dass Sie bei Bedarf Fotos versenden können.

Auch Servicetechniker im Außendienst können von mobilen Anwendungen Gebrauch machen, um Arbeitsaufträge einzusehen und Statusmeldungen zu ändern. Wenn ein Techniker beispielsweise an einem Ausgleichsbehälter Mängel feststellt, kann er darüber Meldung erstatten und gleich ein Foto mitsenden. Praktisch, aber die App verlangt in diesem Moment Zugriff auf die Fotogalerie, in der das Foto gespeichert ist.

Unterschiede zwischen Betriebssystemen

Übrigens gibt es, was die Zugriffsberechtigungen von Apps betrifft, einen großen Unterschied zwischen den verschiedenen Betriebssystemen der Mobilgeräte. Während der Android-Nutzer bei der Installation der App alle verlangten Berechtigungen zusammen akzeptieren oder ablehnen muss, bietet iOS ihm nach der Installation die Möglichkeit, einzelne Berechtigungen auszuwählen.

Wenn iOS beispielsweise fragt, ob eine App auf Ihre Kamera oder auf Standortdaten zugreifen kann, und Sie lehnen das ab, kann die App trotzdem verwendet werden, nur eben ohne die Funktionalität, für die die Berechtigung benötigt wird. Die Auswahl kann später über die Einstellungen wieder geändert werden. In Android gibt es nicht viel zu wählen, da heißt es alles oder nichts. Wenn Sie bestimmte Zugriffsberechtigungen nicht erteilen wollen, können Sie die App gar nicht erst installieren.

App als Erweiterung der Unternehmenssoftware

In immer mehr Organisationen entwickeln sich Apps zu ernstzunehmenden Anwendungen, die sozusagen eine Erweiterung der Unternehmenssoftware darstellen. Für die Entwickler professioneller Apps stehen Qualität und Sicherheit im Vordergrund, denn sie sind Grundvoraussetzungen für den Erfolg der Anwendung. Je sicherer die App, desto besser für den Nutzer, und je häufiger sie verwendet wird, desto besser für den Entwickler.

Die Entwickler von Apps für professionelle Umgebungen tun also im eigenen Interesse gut daran, dem Datenschutz ernsthaft Aufmerksamkeit zu widmen. Die Gefahr lauert in privaten Apps, etwa in Spiele-, Social-Media- oder Foto-Apps, die möglicherweise auf dieselben Quellen auf dem Mobilgerät zugreifen können wie die Unternehmensanwendungen. Darum empfiehlt es sich, regelmäßig die Sicherheitseinstellungen des Smartphones zu kontrollieren, etwa die Berechtigungen.

Längst nicht alle Arbeitgeber weisen ihre Mitarbeiter darauf hin; der Nutzer ist also oft selbst verantwortlich. Glücklicherweise gibt es aber immer noch die Möglichkeit, Apps einfach zu löschen!

Vincent Henricks
Product Manager Integrated Services Management