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07. Dezember 2017

Warum der Asien-Pazifik-Raum für seine Flexibilität in Bezug auf Arbeitszeit und -ort bekannt ist

In einer früheren Blog-Reihe haben wir anhand internationaler Forschungsergebnisse aufgezeigt, wie sich das geografische Umfeld und die Kultur auf die Erwartungen an das Arbeitsumfeld auswirken. Wir berichteten, dass Europäer bei Workplace-bedingten Veränderungen eher zurückhaltend sind, während MitarbeiterInnen im Asien-Pazifik-Raum Veränderungen am positivsten gegenüberstehen.

Aber wie sehen das eigentlich die MitarbeiterInnen in unseren weltweiten Niederlassungen? Wir haben Sie gefragt. In diesem Blogbeitrag, dem zweiten in unserer Reihe „Workplace im Wandel - der Ländervergleich“, teilt Alex Lim, General Manager bei Planon Asia, seine Ansichten zu diesem Thema.

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Flexibilität in Bezug auf Arbeitszeit und -ort

Ich bin verantwortlich für Planons Betriebsabläufe in Singapur und Hongkong, was bedeutet, dass ich ziemlich oft zwischen diesen beiden Orten hin- und herreisen muss. Dieses intensive Reisen ist in unserer Region keine Seltenheit. Bis zu 80 Prozent der Woche arbeiten wir weg vom Arbeitsplatz oder von zu Hause aus. Einige Freunde von mir sind zum Beispiel nur an den Wochenenden zu Hause. Wir sind äußerst flexibel, was unsere Arbeitszeiten und unseren Arbeitsort anbelangt.

Einer der Hauptgründe für diese Flexibilität ist unsere kleine Wirtschaft in einer größeren Region – das gleiche gilt für Hongkong. Singapur und Hongkong sind sich sehr ähnlich, beide haben einen chinesischen Hintergrund und standen lange Zeit unter britischer Kolonialherrschaft. Ethnisch gesehen sind wir Asiaten, aber wie wir denken, wurde von den Briten beeinflusst. Das spiegelt sich auch in unserer Arbeitsweise wider. Als Singapur unabhängig wurde, ungefähr zur gleichen Zeit der Industrialisierung Hongkongs, konzentrierten sich beide Volkswirtschaften auf das verarbeitende Gewerbe. Das zog ausländische Direktinvestitionen (FDI) an, vor allem wegen der niedrigen Löhne und der englischsprachigen Bevölkerung. Im Laufe der Jahre sind die Löhne deutlich gestiegen. Deshalb ist es für produzierende Unternehmen nicht mehr wirtschaftlich rentabel, in dieser Region zu bleiben.

Eine feine Grenze zwischen Beruf und Privatleben

In einer wissensbasierten Wirtschaft werden produzierende Unternehmen durch Hightech- und Finanzdienstleistungsunternehmen ersetzt. Singapur dient nun als ASEAN-Drehscheibe für multinationale Unternehmen aus Europa und den USA. Das Gleiche gilt für Hongkong, das als Drehscheibe für den Großraum China dient. Aus diesem Grund müssen Mitarbeiter in Singapur und Hongkong ihre Arbeitszeit an die Zeitzonen anpassen, in denen multinationale Unternehmen arbeiten. Da es in Europa oder den USA üblich ist, von 9 bis 5 zu arbeiten, haben wir sehr lange Arbeitstage. Das ist nicht meine Entscheidung, ist aber hier in dieser asiatischen Region die Regel. Die Grenze zwischen Arbeitszeit und persönlicher Zeit ist schmal, aber da die finanzielle Entlohnung sehr gut ist, haben wir auch einen guten Lebensstandard.

Da unsere Arbeit flexibel ist und wir viel reisen, sind wir nicht an einen physischen Arbeitsplatz gebunden. Wir schätzen flexible Arbeitsumgebungen, die wir jederzeit nutzen können. Das bedeutet aber auch, dass das traditionelle Büro an Popularität verliert. Die Büromieten gehören zu den höchsten der Welt, weshalb ein Trend zu kleineren Büros zu beobachten ist. Ich glaube, dass sich dieser Trend fortsetzen wird. Die Büroumgebung wird als Ort der Begegnung und nicht als festes Arbeitsumfeld verstanden. Büros verwandeln sich immer mehr in Cafés, in denen man sich hinsetzen und unterhalten kann. Eine Bank in Singapur zum Beispiel renoviert ihre Filialen im Café-Stil. Besucher müssen sich nicht anstellen, sondern können eine Nummer ziehen, sich einen Kaffee oder Gebäck servieren lassen und dabei auf ihre Bankdienstleistungen warten, während sich die Mitarbeiter der Bank in einer offenen, informellen und inspirierenden Umgebung treffen und zusammenarbeiten, ohne einen festen Arbeitsplatz zu benötigen.

Leben in einer „intelligenten Nation“. 

Zwischen diesem Bedürfnis nach flexiblen Umgebungen und dem Einsatz von Technologien im Arbeitsumfeld besteht ein enger Zusammenhang. Wir sind eine hochgradig vernetzte Gesellschaft mit einer hohen Quote an verbundenen Geräten (149,8 % laut aktueller Daten), die sich auf insgesamt 1,5 Mobilgeräte pro Bürger beläuft. Wir sind generell offen für neue Technologien, um unser Leben besser zu gestalten und produktiver zu arbeiten. Singapur investiert viel Mühe und Ressourcen in die „Smart Nation“-Initiative, um Daten zu sammeln und unser Leben auf der Grundlage dieser Daten zu verbessern. Die Regierung fördert in der Regel Produktivitätsverbesserungen am Arbeitsplatz. Wenn Unternehmen ihr Arbeitsumfeld verbessern, können sie sich bis zu 70 Prozent der Kosten für neue Technologien erstatten lassen. Diese staatliche Maßnahme ermöglicht es den Unternehmen in Singapur, schneller voranzukommen als in anderen Ländern der Region.

Singapur gilt als Vorreiter für diese Trends im Asien-Pazifik-Raum. Mit den hochflexiblen Arbeitskräften, der sich wandelnden Rolle des Büros und den staatlichen Investitionen hat sich in den letzten Jahren viel verändert. „Es ist nicht die stärkste Spezies, die überlebt, auch nicht die intelligenteste, sondern diejenige, die am ehesten bereit ist, sich zu verändern“, sagte Charles Darwin einmal. Ich bin sehr gespannt auf die nächsten Veränderungen in unserem Alltag, wenn wir tatsächlich die Früchte der „Smart Nation“-Initiative ernten und alles und jeder miteinander verbunden ist.

Alex Lim
General Manager Planon Asia