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04. Mai 2017

Warum sich die meisten Gebäudemanager noch an das digitale Modell namens BIM gewöhnen müssen

Viele Gebäudemanager sind ziemlich überrascht, wenn ihnen ihr Auftragnehmer bei der Übergabe eines neuen Bauprojekts eine riesige Menge an Informationen vorlegt. „Das sind alle Informationen, die Sie für die Betriebsphase benötigen“, wird er ihnen mitteilen. Und: „Da wir äußerst innovativ sind, finden Sie alles in einem digitalen Modell namens BIM.“ Nach einem tiefgreifenden Gespräch, in dem der Gebäudemanager dem Auftragnehmer erklärt hat, dass er nur einen kleinen Teil dieser Informationen benötigt, wird die Antwort des Auftragnehmers wohl lauten: „Immobilien- und Facility-Manager sind immer noch altmodisch, sie wissen einfach nicht, was sie brauchen!“ Ist das eine faire Antwort? 

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Die Informationsherausforderung

In der Lage zu sein, geeignete Immobilieninformationen zu finden, war schon immer eine Herausforderung. Während der Entwurfsphase wird jeder Zentimeter des Gebäudes beschrieben. Diese Informationen werden beispielsweise verwendet, um Fenster an der richtigen Stelle zu positionieren oder um sicherzustellen, dass der Auftragnehmer eine ausreichende Länge an Rohren für den Installateur bestellt. Nach der großen Eröffnung des Gebäudes wird das erste Renovierungsprojekt in der Regel erst nach mehr als 10 Jahren geplant. Wenn Sie sich Ihren eigenen Computer anschauen: Sind darauf noch Dokumente gespeichert, die vor mehr als 5 Jahren erstellt wurden? Wahrscheinlich nicht. Und auch wenn Sie diese Informationen aufbewahrt haben, wie können Sie voraussehen, welche Art von Informationen Sie in 10 Jahren benötigen werden?

Die Nutzer eines Integrated Workplace Management System (IWMS) sehen sich in der Regel seit vielen Jahren dieser Herausforderung gegenüber. Sie haben wahrscheinlich in die Pflege ihrer CAD-Zeichnungen investiert, um in der Lage zu sein, die Brutto- und Netto-Quadratmeter ihrer Flächen zu importieren, und ihre Gebäudeelemente auf relativ hohem Niveau aktualisiert. Sie mussten Wartungsbudgets auf Grundlage von Schätzungen erstellen, zum Beispiel der Quadratmeteranzahl der Glasflächen ihrer Fassaden. Bei der Vorbereitung einer Renovierung beauftragen sie in der Regel einen Architekten, der genaue Messungen vornimmt. Dies bildete schon immer die Grundlage für den Vergleich der Angebote verschiedener Auftragnehmer. 

Das Beste aus BIM herausholen

Während Auftragnehmer und Architekten derzeit ihre Geschäftspläne auf Grundlage der Nutzung von w überarbeiten, sind viele Gebäudemanager immer noch dabei, zu analysieren, was das für sie bedeutet. Welche Vorteile bietet es, einen Raum in 3D darzustellen? Oder welche Self-Service-/Auftragsbearbeitungsprozesse können verbessert werden, wenn man ein 3D-Modell erstellt? In Bezug auf die Wartung stehen Gebäudemanagern, die über ein BIM-Modell verfügen, hundertmal mehr Assets zur Verfügung als zuvor. Mit diesen BIM-Informationen können sie einen Arbeitsauftrag einem ganz bestimmten Glasfenster an einem bestimmten Teil der Fassade zuweisen. Wer profitiert jedoch von dieser Art von Informationen? Bevor die potenziellen Vorteile von BIM tatsächlich genutzt werden können, müssen viele der bestehenden Prozesse geändert werden.

Und hierfür wird Zeit benötigt. Ein Gebäudemanager braucht keine Überraschungen. Er benötigt nur Informationen, die für seine Routineprozesse erforderlich sind. Lassen Sie ihn die Vorteile eines 3D-Modells als Grundlage hierfür erfahren, aber machen Sie ihm keine Vorwürfe, wenn er noch nicht alle Informationen, die BIM bietet, nutzt.

Jan-Fokke Post
Implementation & BIM Consultant Planon Netherlands