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09. November 2017

Warum sich Facility- und Immobilienmanager mit geographischer Diversität befassen sollten

Da 2020 die Mehrheit aller Arbeitnehmer aus den sog. Millennials bestehen wird, habe ich mich in meinem letzten Blog mit den Erwartungen und Wünschen dieser jungen Talente befasst. Indem sie sich näher mit dieser Gruppe von Arbeitskräften befassen, können Facility- und Immobilienmanager nämlich optimale Arbeitsplätze für eine immer größer werdende Gruppe von Mitarbeitern gestalten und ihr so noch mehr Aufmerksamkeit verschaffen. Die Wünsche und Erwartungen hinsichtlich des Arbeitsplatzes hängen aber nicht nur davon ab, welcher Generation die Mitarbeiter angehören. Auch die geografische Umgebung, in der jemand aufgewachsen ist oder lebt, prägt die Erwartungen, die ein Mitarbeiter in Bezug auf seinen Arbeitsplatz und Arbeitgeber hat.

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Das ADP Research Institute veröffentlichte 2016 die Studie „The Evolution of Work - The Changing Nature of the Global Workplace“ (Wie sich die Arbeit verändert), in der untersucht wurde, wie die Arbeitsplätze der Zukunft aussehen und inwiefern technologische, kulturelle und wirtschaftliche Veränderungen unsere Arbeitsweise beeinflussen. Die Studie wurde in Nordamerika, Lateinamerika, Europa und der Region Asien-Pazifik unter 2403 Teilnehmern durchgeführt um zu ermitteln, inwiefern sich Veränderungen auf dem Gebiet der Arbeit auf das Arbeitsumfeld und die Bedürfnisse der Arbeitskräfte auswirken. Veränderungen der Bedürfnisse führen nämlich auch zu Änderungen bei der Art und Weise, wie Menschen arbeiten. Durch Ermittlung der Unterschiede zwischen Mitarbeitern aus verschiedenen geografischen Regionen können Facility Manager besser auf diese unterschiedlichen Bedürfnisse reagieren. Das ist vor allem dann relevant, wenn Menschen aus unterschiedlichen Regionen immer häufiger zusammenarbeiten.

Wodurch kennzeichnen sich Mitarbeiter aus Asien?

Aus der Untersuchung geht hervor, dass Mitarbeiter in der Region Asien-Pazifik Änderungen der Arbeitsmethoden sehr positiv gegenüberstehen. Dies gilt insbesondere für Entwicklungen, die dem Bedürfnis nach Freiheit entgegenkommen, beispielsweise die Möglichkeit Arbeitszeit und Arbeitsort selbst zu bestimmen. Da die Erwerbsbevölkerung in dieser Region relativ jung ist, zeichnen sich die Organisationen durch eine große Fähigkeit und hohe Bereitschaft zur Anpassung an derartige Trends im Arbeitsleben aus. Viele der Veränderungen in den Arbeitsmethoden werden nämlich durch die Millennials vorangetrieben, die in Organisationen aus diesen Regionen die Mehrheit stellen. Diese Arbeitskräfte sind insbesondere von den umfangreicheren persönlichen Freiheiten begeistert, die ihnen ein besseres Selbstmanagement ermöglichen. Sie vertreten auch die Auffassung, dass die verfügbaren Technologien diese Entwicklung möglich machen oder in der Zukunft möglich machen werden. Auffallend ist, dass die Millennials aus dieser Region relativ wenig Vertrauen haben, dass die Organisationen mit dem Tempo der technologischen Entwicklungen Schritt halten können. Dies hängt möglicherweise mit der entsprechend niedrigeren Erwartung zusammen, dass Organisationen, wahrscheinlich infolge der tief verwurzelten kulturellen und gesellschaftlichen Normen, gewillt sind, bestehende hierarchische Strukturen aufzugeben.

Wodurch kennzeichnen sich Mitarbeiter aus Lateinamerika?

Auch lateinamerikanische Arbeitskräfte stehen Entwicklungen wie der Einrichtung flexibler Arbeitsplätze und dem technologischen Fortschritt positiv gegenüber; angesichts des langsameren Wirtschaftswachstums in dieser Region haben sie dort aber nicht die Möglichkeit, diese Trends im selben Tempo wie in anderen geografischen Regionen umzusetzen. Die Teilnehmer äußern sich begeistert über das Gefühl größerer Freiheit, das die rasch voranschreitenden technologischen Entwicklungen und flexiblen Arbeitsplätze mit sich bringen. Die Verwendung von Smartphones nimmt auch hier noch immer zu. Nach den Mitarbeitern aus Asien-Pazifik sind es die lateinamerikanischen Arbeitskräfte, die sich am positivsten über mobile Arbeit äußern, und sie vertrauen mehr als alle anderen darauf, dass die bereits vorhandene Technologie die Möglichkeiten hierzu bietet. Außerdem erwarten sie sich im Vergleich zu anderen geografischen Regionen größere Vorteile von den Veränderungen der Arbeitsmethoden, etwa flexiblere Arbeitszeiten. Trotz dieser positiven Einstellung bewerten die Mitarbeiter aus Lateinamerika, und zwar insbesondere die Millennials, die Wahrscheinlichkeit, dass die Organisationen die flexible Arbeit möglich machen werden, skeptischer als alle anderen Arbeitskräfte. Sie vertrauen aber darauf, dass die Organisationen Technologie proaktiv nutzen werden, um die Leistungen der Mitarbeiter zu verbessern.

Wodurch kennzeichnen sich Mitarbeiter aus Nordamerika?

Nordamerikaner stehen den Trends im Bereich der größeren Entscheidungsfreiheit hinsichtlich der Arbeitsorte und -zeiten und der Verbesserung des Zugangs zu Informationen, die zur effizienteren Gestaltung der Arbeit notwendig sind, im Allgemeinen positiv gegenüber. Die Nordamerikaner vertreten die Auffassung, auf dem richtigen Weg zu sein, mehr Kontrolle und Flexibilität in Bezug auf den Arbeitsort, die Arbeitszeit und die Arbeitsweise zu erlangen. Sie äußern sich begeistert über die flexible und mobile Arbeit, da sie dies auch selbst anstreben. Sie legen großen Wert auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Privatleben und sind Organisationen gegenüber, die ihnen dies bieten können, loyal. Nordamerikaner sind große Befürworter von Instrumenten, die sie dabei unterstützen können, ihre Zeit und ihre Leistungen besser zu managen. Obwohl sie die fortschreitende Automatisierung mehrheitlich positiv sehen, stehen sie im Vergleich zu anderen geografischen Regionen diesem Trend skeptischer gegenüber, als anderen Entwicklungen im Bereich der Arbeit. Diese zurückhaltende Einstellung ist in Nordamerika, anders als in anderen geografischen Regionen, insbesondere bei den Millennials festzustellen. Sie fürchten, dass vor allem Mitarbeiter, die relativ eintönige Arbeiten ausführen, auf Dauer überflüssig werden. 

Wodurch kennzeichnen sich Mitarbeiter aus Europa?

Während Asien-Pazifik und Lateinamerika den Veränderungen im Bereich der Arbeit besonders optimistisch gegenüberstehen, bleibt Europa die Region, in der man sich über diese Entwicklungen die meisten Sorgen macht. Der Untersuchung zufolge ist das darauf zurückzuführen, dass viele Europäer klar zwischen Arbeit und Freizeit trennen. Darüber hinaus spielt auch die geringe Veränderungsbereitschaft eine Rolle, die für eine relativ alte Erwerbsbevölkerung typisch ist. Die Trennung zwischen Arbeit und Privatleben ist vor allem in Deutschland wahrnehmbar, wo die Arbeitszeiten relativ kürzer sind als in anderen europäischen Ländern. Dennoch ist die Produktivität hier am höchsten, da die Arbeitszeit intensiv und effektiv genutzt wird.

Hinsichtlich der Frage, ob die Arbeitnehmer in der Zukunft in der Lage sein werden, ihre eigenen Arbeitszeiten zu bestimmen oder ihre gesamte Arbeit von mobilen Geräten aus zu verrichten, gehen die Meinungen auseinander. Ein Viertel der Befragten glaubt dies nicht, während ein weiteres Viertel die Auffassung vertritt, dass sich diese Entwicklung heute bereits vollzieht. Unabhängig davon, wie die Europäer über diese Veränderungen denken, werden neue Technologien bestimmen, wie und wo die Arbeit verrichtet wird. Obwohl überall in Europa Bedenken gegen die Veränderungen spürbar sind, werden durchaus neue Technologien eingesetzt, um auf die Zukunft vorbereitet zu sein.

Individuelle Bedürfnisse in die richtigen Bahnen lenken

Wenngleich sich überall auf der Welt in mehr oder weniger starkem Maße Entwicklungen auf dem Gebiet der flexiblen und mobilen Arbeit vollziehen, zeigt die Untersuchung klar, dass nicht alle Mitarbeiter in eine Schublade gesteckt werden können. Denn jeder ist schließlich anders und hat in Bezug auf die Arbeit seine eigenen Vorstellungen. Je nachdem, wo Menschen aufwachsen und arbeiten, herrschen unterschiedliche Erwartungen hinsichtlich des Arbeitsplatzes und der Organisation. Die Personalisierung des Arbeitsplatzes ist eine Voraussetzung dafür, dass die Bedürfnisse jedes Einzelnen erfüllt werden können, vor allem, wenn es in der Belegschaft nicht nur Generations-, sondern auch Kulturunterschiede gibt. Die Facility- und Immobilienmanager haben die Aufgabe, die Zusammenarbeit mit HR- und IT-Managern zu suchen, um diese Bedürfnisse in die richtigen Bahnen zu lenken.

Geert-Jan Blom
Business Consultant Planon Netherlands