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16. März 2017

Was die neue Rolle des Universitätscampus für den Immobilienmanager bedeutet

Wenn ich mit Verwandten oder Bekannten spreche, die an einer Fachhochschule oder Universität studieren, höre ich immer wieder Klagen über die überfüllte Unibibliothek. Kein Wunder, wenn man die Untersuchung des Universitätenverbands VSNU liest, derzufolge die Zahl der Studierenden in den vergangenen fünfzehn Jahren um 22 %, der Personalbestand aber nur um 4 % zugenommen hat. Diese Entwicklung stellt die Bildungseinrichtungen vor die Herausforderung, die Nutzerzufriedenheit zu sichern und intelligent mit dem verfügbaren Raum umzugehen.

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So wäre etwa zu untersuchen, inwiefern die neuen technologischen Entwicklungen – beispielsweise die virtuelle Realität – bei der künftigen Nutzung der Immobilien eine Rolle spielen können. Warum sollten die Studierenden Hörsäle besuchen, wenn die Digitalisierung es ermöglicht, dieselbe Vorlesung von zu Hause aus mitzuerleben? Dank der virtuellen Realität ist der Erlebniswert schließlich fast derselbe. Mehr noch: Die Studierenden können im komfortablen Sessel zu jedem beliebigen Zeitpunkt Gastvorträge anhören, die führende Experten an irgendeinem Ort der Welt halten.

Neue Rolle für den Campus

Infolge des ständigen Wandels werden sich auch die Anforderungen der Campusbesucher in rasantem Tempo ändern. Dadurch haben Immobilienmanager mehr denn je Bedarf an Tools, mit denen sich prognostizieren lässt, welche Anforderungen der Campus der Zukunft erfüllen muss. Dass Immobilienverträge in der Regel für längere Zeiträume abgeschlossen werden, macht die Aufgabe noch komplexer. Wer dynamisch auf die sich wandelnden Bedürfnisse reagieren will, sollte über andere Vertragsformen, Investitionen in Neubau-, Umbau- und Renovierungsprojekte und über mögliche kommerzielle Modelle für eine rentable Immobilienbewirtschaftung nachdenken. Die Kernfragen dabei sind: Zu welchem Zweck wird der Campus in den kommenden Jahren besucht, welche Erwartungen werden an das Arbeitsumfeld gestellt und mit welcher Art von Räumen lassen sich diese Anforderungen erfüllen? Kurzum: Welche Rolle wird der Campus spielen? 

Bei strategischen Immobilienentscheidungen kann sich ein Immobilienmanager auf die Vorlieben von Studierenden und Mitarbeitern stützen, aber auch auf Zahlen und Fakten. In meinem letzten Blog, der sich mit dem Thema „Internet der Dinge“ befasste, habe ich dargelegt, dass die Erfassung von Daten überraschende Einblicke bieten kann. Es werden Trends und Nutzungsmuster aufgedeckt, die bislang gänzlich unbekannt waren. Für einen Immobilienmanager ist es beispielsweise sehr interessant zu erfahren, welche Studienräume auf dem Campus in welchem Maße genutzt werden.


Den Campus attraktiv halten

Aus den Erfahrungsberichten und angesichts der Innovationen lässt sich der Schluss ziehen, dass die Studierenden die Informationen aus den Vorlesungen zunehmend in elektronischer Form erfassen, aber dennoch weiterhin in „Real-Life-Situationen“ Wissen teilen und verarbeiten wollen. Ein Campus muss also mehr bieten als nur einen Virtual-Reality-Arbeitsplatz zu Hause. Er muss die Studierenden zu regelmäßigen persönlichen Besuchen anregen. Um den Nutzern einen Mehrwert zu bieten und ihnen eine effiziente Zeitgestaltung zu ermöglichen, muss sich der Campus zu einer Begegnungsstätte entwickeln, die die Funktionen Studium und Arbeit, Wohnen, Erholung und soziale Interaktion vereint. 

Wenn Studierende und Mitarbeiter zunehmend selbst bestimmen, wann und wo sie studieren und arbeiten wollen, wird es Zeit, dass auch die Immobilienmanager diesen Entwicklungen Rechnung tragen. Sie müssen dafür sorgen, dass der Campus auch in der Zukunft noch von Menschen bevölkert wird. Nutzen Sie die Immobilien als Wettbewerbsvorteil und nehmen Sie die Zukunft selbst in die Hand!

Frank Rosendaal
Business Consultant Planon Netherlands