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09. März 2017

Welche Auswirkungen die Lease Accounting Standards für Ihr Unternehmen haben

Ab 2019 wird sich auf dem Gebiet der Leasingbilanzierung viel ändern. Das International Accounting Standard Board (IASB) und das Financial Accounting Standards Board (FASB) führen zum 1. Januar 2019 neue Standards ein: IFRS16 und ASC 842. In meinem letzten Beitrag habe ich das Konzept der Leasingbilanzierung erklärt und die anstehenden Veränderung beschrieben. In diesem Blogbeitrag möchte ich nun auf die Auswirkungen eingehen, die die neuen Standards für Ihr Unternehmen mit sich bringen und auch die Chancen erleutern, die sich dadurch ergeben.

Webinar - So wirken sich die neuen Lease Accounting Standards auf Ihr Unternehmen aus

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Welche Auswirkungen haben die neuen Standards auf die Betriebsführung?

Ein großer Teil der gewerblichen Immobilien wird heute gemietet, und ihr Anteil wird in den kommenden Jahren voraussichtlich noch weiter steigen. Das bedeutet, dass viele Gebäude künftig als Verbindlichkeit in der Bilanz erfasst werden. Aber auch andere Leasinggegenstände, beispielsweise Fahrzeuge und Maschinen, repräsentieren eine erhebliche Schuldenlast. Aus einer Untersuchung von PwC geht hervor, dass die bilanzierten Verbindlichkeiten um durchschnittlich 22 Prozent steigen werden. Es gibt sogar Organisationen, die in so großem Umfang leasen, dass sich ihre Verbindlichkeiten bei einer Bilanzierung sämtlicher Leasingverhältnisse um über 200 Prozent erhöhen. Die neuen Standards haben somit erhebliche finanzielle Auswirkungen. Darüber hinaus ist die Umstellung mit einem hohen Arbeitsaufwand verbunden. Börsennotierte Unternehmen bestehen schließlich oft aus mehreren Geschäftsbereichen oder Gesellschaften, die mit unterschiedlichen Verträgen und Systemen arbeiten.

Diese Unternehmen müssen dann alle Verträge erneut einer Bewertung unterziehen. Darüber hinaus müssen außer den regelmäßigen Leasingraten verschiedene andere Kosten berücksichtigt werden, beispielsweise eventuelle Anfangs- und Abschlusskosten der Leasingverhältnisse. Dadurch stehen die zuständigen Wirtschaftsprüfer, (Immobilien-)Manager und CFOs unter hohem Druck. Sie müssen nämlich in knapp zwei Jahren eine Unmenge von Verträgen sichten. Wahrscheinlich werden Sie nun denken: Warum haben sich diese Organisationen nicht früher darum gekümmert, Ordnung zu schaffen? Der Grund dafür sind die zahllosen Änderungsvorschläge für die neuen Standards, die im Laufe der Jahre eingereicht wurden. Die meisten Organisationen haben abgewartet, bis die endgültigen Fassungen der Standards vorlagen, um unnötige Handlungen zu vermeiden.

Welche Chancen bieten die neuen Standards?

Da sich die Bilanzsumme einer Organisation aufgrund der neu zu buchenden Verbindlichkeiten erhöht, will der CFO natürlich gern wissen, welche finanziellen Auswirkungen sich daraus ergeben und welche Alternativen bestehen. Immobilien und andere Vermögenswerte werden ab dem 1. Januar 2019 in vielen Fällen der größte Bilanzposten sein. Bis vor kurzem war ein Gebäude nichts als ein Mietvertrag, der beispielsweise für zehn Jahre unterzeichnet wurde und dann in einer Schublade verschwand. Es handelte sich um nicht mehr als ein Aktenvorgang. Für die Verschuldung, die damit für zehn Jahre eingegangen wurde, herrschte nur wenig Bewusstsein.

Die neuen Standards führen dazu, dass das Immobilien- und Assetportfolio und die dazugehörigen Verträge erneut geprüft und bewertet werden müssen. Die Immobilien und Assets rücken damit auch wieder mehr in das Blickfeld des CFO, und dessen sollten sich Immobilienmanager bewusst sein. Der CFO wird die Finanzverbindlichkeiten möglicherweise senken wollen, und hier kommt dem Immobilienmanager eine wichtige Rolle zu. Darüber hinaus erhalten beide Funktionen die Chance, aus ihrem Spezialgebiet heraus eine Zusammenarbeit zu initiieren: der Immobilienmanager kennt sich – einfach ausgedrückt – mit Gebäuden aus, während der CFO alles über Zahlen weiß. Sie werden sich in das Arbeitsfeld des anderen vertiefen müssen, um den Gesamtprozess begreifen und auf effektive Weise auf die Veränderungen reagieren zu können.

Für den CFO zählen dabei nicht nur die Auswirkungen auf die Bilanz. Ein Arbeitsplatz kostet durchschnittlich 10.000 Euro pro Jahr. Der CFO und der Immobilienmanager können gemeinsam auf neue Arbeitsformen hinarbeiten, so dass insgesamt vielleicht weniger Arbeitsplätze und Assets benötigt werden. Der Immobilienmanager kann die Alternativen, beispielsweise flexible Pay-per-Use-Immobilienlösungen, nun besser begründen, da solche Alternativen sowohl die Kosten senken als auch die Auswirkungen auf die Bilanz abmildern. 

David Stillebroer
Director Product Management

Möchten Sie gerne wissen, wie Planon helfen kann, das Lease Accounting Ihrer Immobilien und Assets compliance-konform an die neuen Standards anzupassen? Dann lesen Sie unserer Produktbroschüre.