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27. Oktober 2016

Wie mein eigenes Auto den Nutzen des Internet der Dinge beweist

Seit Januar 2015 fahre ich einen BMW i3. Dieses Auto ist nicht nur elektrisch betrieben, sondern dank der eingebauten Sensoren und einer eigenen Web- und App-Verbindung auch always connected. Mit meinem ersten Auto war ich es gewohnt, alle fünfzehntausend Kilometer zur kleinen Durchsicht in die Werkstatt zu fahren, und alle dreißigtausend Kilometer war es dann Zeit für die große Inspektion. Ob das notwendig war? Ich habe keine Ahnung, aber es stand eben so in der Betriebsanleitung. Mein heutiges Auto aber erfasst mit seinen offenbar zweitausend Sensoren so viele Daten, dass es selbst entscheiden kann, wann es zur Wartung muss. Das feste Wartungsintervall ist damit Vergangenheit – ein perfektes Beispiel dafür, was das „Internet der Dinge“ (IdD) in der Praxis bewirken kann. 

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Keine unnötigen Inspektionen mehr

Darin sehe ich eine Parallele zum Facility Management, denn auch in diesem Bereich werden an das IdD enorme Erwartungen gestellt. Sensoren in Gebäuden messen die Gebäudeleistungen und stellen kleine Störungen fest, bevor wir Menschen sie überhaupt bemerken. Diese Technologie verspricht enorme Einsparungsmöglichkeiten bei den Wartungskosten, während die Leistung besser denn je überwacht und der Nutzer nicht mehr mit Unterbrechungen konfrontiert wird. Was in der Immobilienbranche größtenteils noch nach Zukunftsmusik klingt, ist im Bereich der beweglichen Güter bereits gängige Praxis: keine festen Wartungsintervalle mehr.

Auf der Grundlage des IdD, unterstützt von Sensoren, bleibt das Gebäude immer in gutem Zustand. Vorab festgelegte Wartungsarbeiten sind in der Regel weit vom optimalen Zeitpunkt entfernt. Bei planmäßiger Wartung werden Teile nicht selten zu früh oder sogar ganz unnötig ausgetauscht. Die planmäßige Kilometerzahl von 15.000 km hatte ich früher oft schon nach drei Monaten erreicht – war es dann wirklich notwendig, schon wieder in der Werkstatt zu erscheinen? Sich ausschließlich auf die reaktive Wartung zu verlassen, ist aber ebenfalls keine gute Idee: Wenn die Ölstandsanzeige bereits brennt, verläuft die Weiterfahrt eher unentspannt. Menschen sind weniger gut in der Lage als Sensoren, den idealen Wartungszeitpunkt festzustellen. Sensoren dagegen, unterstützt von einem intelligenten Softwaresystem, können diesen Zeitpunkt präzise ermitteln. Wenn sich der Service auf die Zeitpunkte beschränkt, in denen er wirklich benötigt wird, ist sichergestellt, dass sich das Gebäude immer in gutem Zustand befindet.

Zum Vorteil aller

Das ist nicht nur für den Gebäudeverwalter, sondern auch für die Nutzer und das Umfeld von Vorteil. Weniger Wartung bedeutet schlicht und einfach weniger Kosten und weniger Fahrtkilometer der Monteure, aber auch weniger Störungen der Arbeitsabläufe. Beispielsweise in Form von nicht verfügbaren Konferenzräumen, im Wege stehenden Leitern oder einer Lärmbelastung am Arbeitsplatz. Je seltener solche Störungen auftreten, umso angenehmer die Situation für die Gebäudenutzer. Und mit der Zufriedenheit der Mitarbeiter steigt bekanntlich auch die Produktivität der Organisation. Für Facility Manager und Dienstleister ist das erneut eine Chance, auf innovative Weise Mittel für andere Investitionen, beispielsweise im Hospitality-Bereich, freizumachen.

Nach mehr als anderthalb Jahren und 76.000 Kilometern habe ich meinen Autohändler immer noch nicht wiedergesehen. Sicherheitshalber habe ich die Werkstatt angerufen, aber das Auto war offenbar noch tipptopp in Ordnung. Es weiß nämlich selbst am besten, wann es wieder Zeit für eine Wartung ist. Mich braucht also niemand mehr von den Vorteilen des Internet der Dinge zu überzeugen!

David Stillebroer
Director Product Management