Die Betreiberverantwortung ist ein zentrales Thema im Facility Management und betrifft alle, die Gebäude und technische Anlagen betreiben oder nutzen. Sie umfasst rechtliche, organisatorische und technische Pflichten, die sicherstellen, dass Menschen, Umwelt und Sachwerte geschützt werden und gesetzliche Vorgaben eingehalten werden.

Was bedeutet Betreiberverantwortung im Facility Management?

Die Betreiberverantwortung beschreibt die rechtliche und organisatorische Pflicht, Gebäude, Anlagen und Arbeitsumgebungen sicher, gesetzeskonform und effizient zu betreiben. Daraus ergeben sich konkrete Betreiberpflichten, wie Wartung, Prüfungen, Inspektionen, Begehungen, Dokumentation oder Schulungen.

Ziel ist es, Gefahren für Personen, Umwelt und Sachwerte zu vermeiden und entsprechende Risiken auf ein Minimum zu reduzieren.

Abgrenzung Betreiberverantwortung vs. Betreiberpflichten:
  • Betreiberverantwortung = übergeordnetes Haftungs- und Pflichtenkonzept.
  • Betreiberpflichten = konkrete Maßnahmen, z. B. Prüfpflichten für elektrische Anlagen, Brandschutz oder Trinkwasser.

Wer gilt als Betreiber?

  • Eigentümer von Immobilien und Gebäuden.
  • Besitzer/ Nutzer (z. B. Mieter oder Pächter), wenn ihnen die Verantwortung für den Betrieb übertragen wurde.
  • Facility-Management-Dienstleister , wenn Aufgaben delegiert werden.
Wichtig: Auch wenn man Betreiberpflichten delegieren oder übertragen kann – die Kernverantwortung und Haftung bleibt immer beim Betreiber.


Welche Gesetze regeln die Betreiberverantwortung?

Die Rechtsgrundlage der Betreiberverantwortung wird durch Gesetze, Verordnungen und Normen definiert. Wichtige Beispiele:

  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) – Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten.
  • Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) – sichere Verwendung technischer Anlagen.
  • Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) – sichere, gesundheitsgerechte Arbeitsplätze.
  • VDI 3810 Betreiberverantwortung – Leitlinie für den sicheren Betrieb und die Instandhaltung von Gebäuden.
  • GEFMA 190 Betreiberverantwortung – zentrale Richtlinie im Facility Management.

Ergänzend spielen weitere Regelwerke eine Rolle, darunter die DIN EN 806-5 zu Betreiberpflichten bei Trinkwasseranlagen, die F-Gase-Verordnung für den Umgang mit Kältemitteln sowie die einschlägigen DGUV-Vorschriften zum Arbeitsschutz.

Organisation und Delegation von Betreiberverantwortung

In der Praxis müssen viele Betreiberpflichten organisiert, dokumentiert und überwacht werden. Hier gilt:

  • Delegierbar: Fachaufgaben wie Prüfungen, Wartungen oder Brandschutzkontrollen.
  • Nicht delegierbar: Die Gesamtverantwortung, Haftung und Kontrollpflicht.
Anforderungen an die Delegation

Damit die Delegation von Betreiberpflichten wirksam ist, müssen die Aufgaben an fach- und sachkundige Personen übertragen werden, etwa eine Elektrofachkraft für elektrische Anlagen. Der Betreiber bleibt dennoch in der Pflicht, die Umsetzung regelmäßig zu überwachen und zu dokumentieren. Unterstützend können Schulungen und Lehrgänge helfen, Verantwortliche auf ihre Aufgaben vorzubereiten und die notwendige Fachkunde nachzuweisen.

Hier kann ein IWMS (Integrated Workplace Management System) für Transparenz sorgen: Rollen, Verantwortlichkeiten und Delegationen lassen sich softwaregestützt dokumentieren, überwachen und für Audits jederzeit nachweisen. Ergänzend kann das IWMS genutzt werden, um durchgeführte Aufgaben inklusive ihrer Ergebnisse präzise zu erfassen – und so bei Bedarf jederzeit einen lückenlosen Nachweis zu ermöglichen.

Ein IWMS (Integrated Workplace Management System) wie das von Planon kann die Betreiberpflichten auf die folgende Weise unterstützen:

  • Einhaltung & Dokumentation: Alle Betreiberpflichten können digital überwacht werden.
  • Transparenz: Daten stehen für Audits jederzeit zur Verfügung. Sie können bei Bedarf zu Berichten zusammengefasst und als PDF bereitgestellt werden.
  • Effizienz: FM-Teams arbeiten mobil, erhalten automatische Erinnerungen und vermeiden Versäumnisse und können die Durchführung von Aufgaben umgehend vor Ort dokumentieren.

Eine allgemeingültige Betreiberverantwortung Checkliste gibt es nicht, da die Anforderungen je nach Nutzung variieren. In einem Bürogebäude spielen etwa Brandschutz und Elektroanlagen eine Rolle, während in einer Klinik Hygienestandards und Medizintechnik im Vordergrund stehen. Dennoch gibt es zentrale Punkte, die jedes Unternehmen beachten und dokumentieren sollte.

  • Verantwortlichkeiten & Delegation klar abstimmen
  • Anwendbare Rechtsgrundlagen und Normen prüfen
  • Prüf- & Wartungsintervalle für technische Anlagen planen
  • Notfall- und Brandschutzkonzepte vorhalten
  • Sicherheitsbegehungen und Baumprüfungen durchführen
  • Risikobeurteilungen für verschiedene Bereiche erstellen
  • Nachweise revisionssicher dokumentieren

Verschaffen Sie sich im E-Book von Planon und PwC einen Überblick, wie ein IWMS Prozesse rund um die Betreiberverantwortung strukturiert und dokumentiert.



Zukünftige Trends in der Betreiberverantwortung

Die Betreiberverantwortung entwickelt sich zunehmend von einer reaktiven Aufgabe hin zu einer vorausschauenden Management-Disziplin. Durch ein präventives und datenbasiertes Vorgehen – etwa im Sinne eines Predictive Maintenance Managements – lassen sich potenzielle Ausfälle und Risiken frühzeitig erkennen und beheben, bevor sie zu Störungen oder Gefährdungen führen.

Moderne Technologien wie Sensorik, IoT und KI ermöglichen die Echtzeitüberwachung von Gebäuden und technischen Anlagen, wodurch Betreiber schneller auf Probleme reagieren und Betriebsabläufe optimieren können.

Gleichzeitig rückt Nachhaltigkeit immer stärker in den Fokus: ESG-Aspekte, Klimaschutz, Energieeffizienz und CO2-Reduktion werden zunehmend zu wichtigen Bestandteilen der Betreiberpflichten, die über reine Sicherheit und Compliance hinausgehen.


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