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19. September 2019

Fünf Gründe, warum sich Organisationen der Standardisierung nicht mehr entziehen können

Wie Sir Sandford Fleming angesichts der immer schneller verkehrenden Dampfeisenbahnen schon im 19. Jahrhundert entdeckte, wären Kommunikation und Reisen ohne weltweite einheitliche Zeiteinteilung eine schwierige Sache – wenn nicht sogar ein Ding der Unmöglichkeit. Seit es Sandford in seinem Jahrhundert gelang, eine Vereinbarung über den Standard „Zeit“ zu treffen, wurde die Festlegung von Standards bis heute immer wichtiger. 

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Die Globalisierung scheint ein unumkehrbarer Prozess zu sein. Für den Arbeitsalltag bedeutet das, dass sich ein Kollege nicht immer am selben Ort befindet, sondern ebenso gut am anderen Ende der Welt arbeiten kann. Dafür bedarf es nicht nur eines einheitlichen Zeiteinteilungssystems, sondern auch eines gemeinsamen Systems für die Speicherung und den Austausch von Informationen. 

Infolge der Globalisierung steigt innerhalb von Unternehmen und zwischen ihnen das Bedürfnis nach eindeutigen Definitionen, Key Performance Indicators (KPI) und Prozessen. Eine flexible Organisation konzentriert sich auf ihre Kernkompetenzen und zieht bei Bedarf strategische Partner hinzu. Das weltweite Outsourcing ergänzender Aktivitäten wird viel weniger komplex und risikoreich, wenn die Informationen innerhalb der Unternehmen standardisiert sind.

Lokale Gebräuche, Standards und Prozesse stehen dem allerdings immer wieder im Weg. Das Deutsche Institut für Normung (DIN) hat die wirtschaftlichen Vorteile der Standardisierung in zehn verschiedenen Industriebranchen erforscht.

Die fünf wichtigsten Vorteile sind nachstehend aufgeführt: 

1. Niedrigere Transaktionskosten

 Sowohl die internen als auch die externen Transaktionskosten fallen niedriger aus, wenn innerhalb des Unternehmensund zwischen Geschäftspartnern dieselben Definitionen und Datenmodelle herangezogen werden. Dieser Vorteil äußert sich in jedem Aspekt der Transaktion, vom Aufsetzen des Vertrags bis zu den endgültigen leistungsbasierten Vereinbarungen.

2. Bessere Verfügbarkeit und einfacher Zugang zu Informationen

Durch Datenstandardisierung werden die verfügbaren Informationen für alle Beteiligten leichter zugänglich, vor allem wenn in der gesamten Branche dieselbe Norm Anwendung findet, sodass ein Benchmarking möglich ist. Dies fördert zugleich die Transparenz.

3. Vermeidung schwacher Glieder in der Prozesskette

Standardisierung erfordert auch eine allgemeinere Herangehensweise an spezifische Situationen. Durch Standardisierung von Prozessen und Informationen lässt sich die Abhängigkeit von Individuen, Abteilungen oder Lieferanten verringern. Die Organisation ist dann auch weniger empfindlich für Fehler dieser einzelnen Glieder der Prozesskette. 

4. Sicherheit hinsichtlich der Qualität und des Prozesses

Organisationen haben mehr Vertrauen, wenn ihre Abteilungen und Lieferanten anerkannte Standards anwenden, da die Prozesse und Ergebnisse dadurch an Transparenz gewinnen und sich einfacher mit denen anderer Marktakteure vergleichen lassen.

5. Förderung synergetischer Partnerschaften

Standards sind im Grunde nichts anderes als kodifiziertes Wissen. Bevor ein Standard entwickelt werden kann, müssen jedoch zunächst die Best Practices von Experten allgemein anerkannt werden. Die Organisationen können sich diese Synergie zunutze machen, denn die entstehende zuverlässige Wissensquelle kann ihnen helfen, ihr Entwicklungsniveau zu erhöhen und einfacher mit Partnern in Kontakt zu kommen.

Die erste Standardzeit, die Greenwich Mean Time, wurde 1675 in England eingeführt. Aber erst nachdem sich drei Jahrhunderte später das letzte Land anschloss, war der weltweite Standard geboren. Höchste Zeit also, auch in Ihrer Organisation die Uhren zu stellen!

David Stillebroer
Director Product Management