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19. Oktober 2017

3 Entwicklungen, die das Arbeitsfeld des Facility- und Immobilienmanagements verändern

Technologie und Informationsmanagement spielen im Facility- und Immobilienmanagement eine immer größere Rolle. Untersuchungen wie „The Future of Facility Management“ von Frost & Sullivan und „The Digital Workplace“ von Gartner bestätigen die Bedeutung der Informationstechnologie, aber wie begründet sich diese Entwicklung? Technologie ist schließlich kein Selbstzweck, sondern ein Mittel. Es muss also zugrundeliegende Entwicklungen geben, die sich auf das Arbeitsfeld des Facility-Managers und Immobilienmanagers auswirken. Welche Entwicklungen sind das und wie weit reicht ihr Einfluss?

White Paper - 10 Trends, die das Facility- und Immobilienmanagement bis 2022 bestimmen und verändern werden

In diesem White Paper wir dargelegt, wie sich das Facility- und Immobilienmanagement in den kommenden fünf Jahren voraussichtlich entwickeln wird.

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Um erklären zu können, warum sich das Arbeitsfeld des Facility- und Immobilienmanagers drastisch verändern wird, ist es wichtig, drei Hintergrundentwicklungen zu beschreiben. Diese Entwicklungen vollziehen sich in den Bereichen Wirtschaft, Demographie und Technologie.

Wirtschaftliche Entwicklungen

Die „Sharing Economy“ ist stark im Vormarsch. Die Verbraucher haben immer weniger Bedarf an eigenem Besitz. Infolgedessen entstanden On- und Offline-Plattformen, über die alle möglichen Gegenstände verliehen oder getauscht werden. Die Sharing Economy bringt neue Geschäftsmodelle, Produkte, Dienstleistungen und Absatzmärkte hervor. Dass auch bei Organisationen der Bedarf an Eigentum schwindet, zeigt sich unter anderem an der zunehmenden Zahl geleaster Gebäude und Betriebsmittel. Das Plattformmodell – das die Sharing Economy unterstützt – ist dabei das neue Geschäftsmodell. Beispiele hierfür sind das Taxiunternehmen Uber, das keine eigene Fahrzeugflotte betreibt, oder die Unterkunftsvermietung Airbnb, die selbst keine Wohnungen besitzt.

Durch dieses Plattformmodell verschwimmt die Grenze zwischen traditionellen Business-to-Business- (B2B-) und Business-to-Consumer- (B2C-) Organisationen, denn das neue Geschäftsmodell ermöglicht es der B2B-Branche, sich direkt an die Verbraucher zu wenden. Daneben hat sich inzwischen eine dritte Form entwickelt: Consumer-to-Business (C2B). Hier stehen die Verbraucher im Mittelpunkt, die über Online-Kanäle Marken promoten. Dazu gehören beispielsweise Urlauber, die auf Vergleichswebsites wie Booking.com oder Tripadvisor positive Bewertungen von Restaurants oder Hotels abgeben. Oder Foodblogger, die in Online-Rezepten bestimmte Marken empfehlen.

Die Globalisierung spielt bei den wirtschaftlichen Entwicklungen ebenfalls eine wichtige Rolle: Wettbewerb findet nicht nur auf lokaler oder nationaler, sondern auch auf weltweiter Ebene statt. Das bedeutet, dass kontinuierliche Innovation nicht nur für die Erlangung, sondern auch für den Erhalt einer starken Wettbewerbsposition notwendig ist. Nicht jede Organisation ist allerdings flexibel genug, um sich frühzeitig auf Chancen und Bedrohungen einzustellen, obwohl gerade Flexibilität eine unverzichtbare Voraussetzung für Innovationsfähigkeit ist. Infolgedessen wird die „Agility“ (Agilität der Organisation) ein immer wichtigerer Faktor für die Unterscheidungskraft eines Unternehmens.

Demographische Entwicklungen

Demographische Entwicklungen führen zu mehr Diversität am Arbeitsplatz. Diese Diversität entsteht unter anderem durch die Einstellung junger Talente, die längere Lebensarbeitszeit älterer Mitarbeiter infolge der Erhöhung des Renteneintrittsalters sowie eine Zunahme der kulturellen Diversität. Durch Arbeitsmigration kommen die Arbeitskräfte heute immer häufiger mit Kollegen aus anderen Kulturkreisen in Kontakt.

Auch der zunehmende Mangel an spezifischen Kenntnissen oder Kompetenzen auf dem Arbeitsmarkt – und infolgedessen der sogenannte „War for Talent“ – spielen bei dieser Entwicklung eine wichtige Rolle. Die Mitarbeiter stellen heutzutage auch andere Anforderungen an ihren Arbeitgeber als früher. Sie wollen weiterlernen und sich entwickeln und legen immer mehr Wert auf eine gute Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben sowie auf nachhaltiges Wirtschaften. Werden diese Anforderungen nicht erfüllt, ist ein Arbeitnehmer heute schneller denn je geneigt, sich einen anderen Arbeitgeber zu suchen. Darum wird es für Unternehmen, die ihre Arbeitskräfte an sich binden wollen, immer wichtiger, diesen Anforderungen Rechnung zu tragen.

In meinem nächsten Blogbeitrag gehe ich auf die dritte und letzte Kategorie dieser Hintergrundentwicklungen ein: die im Bereich der Technologie. Die Kombination dieser Entwicklungen hat zur Folge, dass die Mitarbeiter andere Erwartungen an ihre Arbeitsplätze stellen und dass sich sowohl die Technik, mit der gearbeitet wird als auch die Arbeit selbst und die Organisation verändern. Daraus ergeben sich zehn Trends. Diese Trends schaffen neue Realitäten, denen sich im Jahr 2022 niemand mehr wird entziehen können und auf die sich Facility- und Immobilienmanager heute bereits vorbereiten sollten.

Jos Knops
Director Global Product Marketing